Iglinskiy gewinnt in Lüttich

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  • Iglinskiy gewinnt in Lüttich


    (Quelle: Bettini Photo)


    Der Kasache Maxim Iglinskiy hat die 98. Austragung des ältesten noch existierenden Klassikers der Radsportwelt gewonnen. Nach 257,5 Kilometern siegte Iglinskiy vor den beiden Italienern Vincenzo Nibali und seinem Teamkollege Enrico Gasparotto. Vorjahressieger Philippe Gilbert ging als 16. mal wieder leer aus.


    Rennen beeinflusst von Wetter
    Das Wetter spielte bei der 98. Austragung eine so wichtige Rolle wie lange nicht mehr. Bei kühlen Temperaturen wechselte das Wetter häufig zwischen Regen und Sonne. Das machte selbstverständlich auch den Fahrern zu schaffen. Folglich litt das Renntempo unter den Bedingungen. Die Fahrer erreichte am Ende den langsamsten Schnitt und bis 20 Kilometer vor dem Ziel belauerten sich die Favoriten. Keiner wollte seine Karten zu früh aufdecken.
    Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Rennen von sechs Ausreißern bestimmt. Dario Cataldo (Omega Pharma QuickStep) fuhr dem Feld nach 45 Kilometern davon, ihm setzten Simon Geschke (Argos-Shimano) und der Belgier Kevin Ista (Accent Jobs) nach. Das Peloton gab sich mit diesen drei Ausreißern zufrieden. Nur der Italiener Alessandro Bazzana (Team Type 1), der Belgier Gregory Habeaux (Accent Jobs) und der Niederländer Reinier Honig (Landbouwkredit) hatten etwas einzuwenden und gingen zur Verfolgung und erreichten auch schließlich die Spitze. Der maximale Vorsprung lag nach Rund 100 Kilometern bei 12:35, danach nahmen Schwierigkeit der Strecke und Tempo des Feldes zu.


    Geschke stürzt auf Abfahrt - Ausreißergruppe zerbricht
    Nach und nach Schmolz der Vorsprung, viel passierte dennoch nicht. Erst als nach ungefähr 165 Kilometern der Deutsche Simon Geschke auf einer Abfahrt stürzte kehrte erste Dramatik ins Rennen ein. Geschke konnte zwar weiter fahren, seine Kollegen waren aber enteilt und der Deutsche fand sich bald darauf im Hauptfeld wieder. Nach 175 Kilometern griff aus dem Feld der französische Tour-Held Pierre Rolland an, ihm folgte David Lelay (Saur-Sojasun) sowie der Weißrusse Vasili Kiriyenka (Movistar). Die drei harmonierten gut zusammen und waren 60 Kilometer vor dem Ziel an der Spitze dran. Doch das Peloton war bereits auf 90 Sekunden rangefahren. Anschließend mussten die beiden Fahrer aus dem Accent Jobs-Team Ista und Habeaux abreißen lassen und wenig später taten es ihnen Bazzana und Honig gleich. Somit lagen nur noch vier Fahrer an der Spitze des Rennens.


    Valverde im Pech - Nibali verliert Sieg an der Flamme Rouge
    An der Redoute startete langsam die entscheidende Phase des Rennens. Und ausgerechnet hier hatte der Sieger von 2008 Alejandro Valverde einen Defekt. Der Spanier verlor somit alle Hoffnungen auf seinen vierten Podestplatz nach 2007, 2008 und 2010. Attacken, wie von vielen Experten erwartet, gab es hier allerdings noch nicht. Nur an der Spitze tat sich was. Le Lay ließ abreißen womit nur noch drei Fahrer an der Spitze lagen. Die Drei hatten 25 Kilometer vor dem Ziel aber auch nur noch 25 Sekunden Vorsprung. Am Côte de la Roche-aux-Faucons wurde endlich das Finale eröffnet. Der Italiener Vincenzo Nibali attackierte, überholte die Ausreißer und setzte sich mit Vanendert und Gilbert an die Spitze des Rennens. Allerdings ließen diese Drei das Tempo wieder etwas ruhiger werden wodurch weitere Favoriten zurückkamen. Doch Nibali gab nicht auf, attackierte auf der Abfahrt erneut und konnte sich endgültig als Solist absetzen. Auf der gesamten Abfahrt konnte der Italiener 20 Sekunden herausfahren, dahinter lag eine Gruppe mit 15 Mann, die Schlecks fehlten beide. Kurz vor dem letzten Anstieg entschlossen sich Rodriguez und Iglinskiy zur Verfolgung von Nibali. Keiner in der Favoritengruppe setzte nach wodurch auch diese beiden weg kamen. Als die beiden zum Anstieg kamen konnte sich Maxim Iglinskiy überraschend von Rodriguez absetzten, hatte aber bereits einen Rückstand von 30 Sekunden. Nibali schien der Sieg nicht mehr zu nehmen, doch es sollte anders kommen.
    Auf dem Flachstück nach Lüttich arbeitete sich der Astana-Profi immer näher an Nibali heran, dem jetzt die Motivation und die Kräfte schwanden. An der Flamme Rouge war es schließlich um den Italiener geschehen. Iglinskiy schloss auf, griff noch einmal an und fuhr zum Solo-Sieg. Für Astana wurde es der zweite Ardennen-Sieg nach Gasparottos Sieg beim Amstel Gold Race letzte Woche. Der erschöpfte Nibali kämpfte sich mit 20 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz, dahinter gewann Gasparotto den Sprint um Platz Drei gegen Voeckler.


    Deutsche spielen keine Rolle im Finale - Anton Pechvogel des Tages
    Von den Deutschen konnte keiner in die Entscheidung eingreifen. Bester Deutscher wurde am Ende Dominik Nerz auf Platz 44. Fabian Wegmann enttäuschte auf Platz 52 ebenso wie die Schlecks. Frank wurde 23. und sein Bruder Andy landete sogar nur auf dem 50. Platz. Pechvogel war der Baske Igor Anton aus dem Euskaltel-Team. Anton stürzte bereits vor dem Rennstart und brach sich das Schlüsselbein wodurch seine Saisonplanungen ins Wasser fallen.


    Ergebnis:
    1 Maxim Iglinsky (Kaz) Astana Pro Team 6:43:52
    2 Vincenzo Nibali (Ita) Liquigas-Cannondale 0:00:21
    3 Enrico Gasparotto (Ita) Astana Pro Team 0:00:36
    4 Thomas Voeckler (Fra) Team Europcar
    5 Daniel Martin (Irl) Garmin - Barracuda
    6 Bauke Mollema (Ned) Rabobank Cycling Team
    7 Samuel Sanchez Gonzalez (Spa) Euskaltel - Euskadi
    8 Michele Scarponi (Ita) Lampre - ISD
    9 Ryder Hesjedal (Can) Garmin - Barracuda
    10 Jelle Vanendert (Bel) Lotto Belisol Team
    FCN - Ich bereue diese Liebe nicht!