Tour de France 2015

  • Es ist soweit: Die Strecke der 102ten Tour de France ist angekündigt worden. Über 3344km aufgeteilt in 21 von Utrecht nach Paris werden sich die Fahrer im nächsten Jahr duellieren, um das Gelbe Trikot zu gewinnen und am 26. Juli in Paris tragen zu dürfen. Doch hier erst einmal die Strecke als Ganzes:



    (Quelle: letour.com / ASO)


    Die Etappen im Überblick:

    Samstag, 4. JuliEtappe 1Utrecht - Utrecht (TT) (Niederlande)14km
    Sonntag, 5. JuliEtappe 2Utrecht - Neeltje Jans (Niederlande)166km
    Montag, 6. JuliEtappe 3Antwerpen - Mur de Huy (**) (Belgien)154km
    Dienstag, 7. JuliEtappe 4Seraing - Cambrai (*) (Belgien teilw.)221km
    Mittwoch, 8. JuliEtappe 5Arras - Amiens189km
    Donnerstag, 9. JuliEtappe 6Abbéville - Le Havre191km
    Freitag, 10. JuliEtappe 7Livarot - Fougères190km
    Samstag, 11. JuliEtappe 8Rennes - Mûr de Bretagne179km
    Sonntag, 12. JuliEtappe 9Vannes - Plumelec (TTT)28km
    Montag, 13. JuliRuhetag
    Dienstag, 14. JuliEtappe 10Tarbes - La Pierre Saint Martin (B) (**)167km
    Mittwoch, 15. JuliEtappe 11Pau - Cauterets (B)188km
    Donnerstag, 16. JuliEtappe 12Lannemezan - Plateau de Beille (B) (**)195km
    Freitag, 17. JuliEtappe 13Muret - Rodez200km
    Samstag, 18. JuliEtappe 14Rodez - Mende (**)178km
    Sonntag, 19. JuliEtappe 15Mende - Valence182km
    Montag, 20. JuliEtappe 16Bourg-de-Péage - Gap201km
    Dienstag, 21. JuliRuhetag
    Mittwoch, 22. JuliEtappe 17Digne-Les-Bains - Pra-Loup (B) (**)161km
    Donnerstag, 23. JuliEtappe 18Gap - Saint-Jean-de-Maurienne (B) 185km
    Freitag, 24. JuliEtappe 19Saint-Jean-de-Maurienne - La Toussuire (B) (**)138km
    Samstag, 25. JuliEtappe 20Modane - Alpe d'Huez (B) (**)110km
    Sonntag, 26. JuliEtappe 21Sèvres - Paris107km


    Legende: TT: Zeitfahren, TTT: Teamzeitfahren, (*): Kopfsteinpflaster, (**) Ankunft bergauf, (B) Bergetappe


    Für den Zuschauer ergibt das:
    9 Flachankünfte
    3 Hügeletappen
    7 Bergetappen
    5 Bergankünfte
    14km Einzelzeitfahren
    28km Teamzeitfahren
    13km Kopfsteinpflaster

  • Ein paar Reaktionen so weit: (leider auf Niederländisch, aber mal Kernaussagen zusammengefasst, folglich keine direkten Zitate!)


    Chris Froome: Man kommt nicht umhin, zu erkennen, dass die Tour sich im nächsten Jahr um die Berge, nicht um das Zeitfahren dreht. Der Giro liegt mir mehr, das gäbe mir auch eine Chance, für die Vuelta in Top-Form zu sein. Das Team und ich müssen uns aber erst überlegen, wie wir das nächste Jahr gestalten.
    Quelle: http://sporza.be/cm/sporza/wie…2015-Froome-over-parcours


    Alberto Contador: Diese Tour wird schwieriger als die der vergangenen Jahre. Durch das erste Zeitfahren muss man direkt fit sein, und die zwei Murs in der ersten Woche machen ein starkes Team umso wichtiger. Der Schwerpunkt wird in den Alpen liegen. Ich mag den Parcours, allerdings muss ich nach dem Giro erst meine Form wiederfinden.
    Quelle: http://sporza.be/cm/sporza/wie…r-reactie-Contador-Nibali


    Vincenco Nibali: Der Kurs ähnelt dem des letzten Jahres, besonders die erste Woche wird sehr schwierig werden. Man muss auf den Wind, wie auch auf das Kopfsteinpflaster achten. Ich freue mich, dass das Kopfsteinpflaster wieder dabei ist. Es wird schwierig, aber ich habe Selbstvertrauen. Die Vorbereitung auf diese Abschnitte wird sehr wichtig.
    Quelle: http://sporza.be/cm/sporza/wie…r-reactie-Contador-Nibali


    Philippe Gilbert: "Als ehemaliger Gewinner des Flèche Wallone und Lütticher bin ich sehr glücklich, dass eine Etappe auf der Spitze der Mur de Huy entschieden wird."
    Quelle: twitter: PhilippeGilbert

  • Ich bin mal gespannt, ob Froome wirklich kneift. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen. Er kann ja schließlich am Berg genauso mit Contador und Quintana mithalten.


    Andreas Schulz hat übrigens einen interessanten Kommentar zur Tour 2015 auf eurosport.yahoo.com geschrieben.


    Ich sehe den Kurs bei Weitem nicht so kritisch wie der Autor, wobei es ihm wohl auch ein wenig darum geht zu polarisieren und Klicks zu generieren, denn die aus seiner Sicht (auch aus meiner Sicht) guten Bergetappen werden fast nur beiläufig erwähnt. Zuerst einmal finde ich, dass die Tour de France über die letzten 15-20 Jahre eigentlich fast immer diejenige große Rundfahrt war, die den Zeitfahrern die besten Möglichkeiten gab und es den reinen Kletterern schwer machte. Da hatten der Giro und die Vuelta gefühlt im Schnitt doch deutlich weniger Zeitfahrkilometer und zudem mehr Bergetappen. Bei der Tour zielte man immer eher darauf ab einen kompletten Rundfahrer zu finden und genau deshalb finde ich es auch mal legitim eine Austragung stattfinden zu lassen, bei der die Kletterer gute Möglichkeiten erhalten.


    Ob das die Rundfahrt nun aber unbedingt spannender machen wird, das wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich wird sich sehr frühzeitig irgendwer herauskristallisieren der am Berg die größten Qualitäten aufweist. Das Zeitfahren zum Auftakt jedenfalls wird keine gewaltigen Abstände bringen, zumindest nicht zwischen den Favoriten Nibali, Froome, Contador und Quintana, die im Zeitfahren allesamt zumindest ganz passabel unterwegs sind. Einzig grottenschlechte Zeitfahrer werden da etwas mehr Zeit einbüßen.


    Was hingegen etwas größere Abstände bringen könnte ist einerseits die Etappe über Kopfsteinpflaster und andererseits das Teamzeitfahren. Die Etappe über Kopfsteinpflaster scheint mir aber deutlich leichter als im Vorjahr, da viele Abschnitte bereits sehr weit entfernt vom Ziel gefahren werden. Wie ein Quintana sich da schlägt muss man aber natürlich abwarten und Schäden oder Stürze können da auch jederzeit entscheidende Abstände oder Ausfälle bringen.


    Das Teamzeitfahren könnte große Abstände bringen, wenn das ein oder andere Team im Vorfeld dezimiert wurde. Seitenwindetappen und Kopfsteinpflaster sind da natürlich eine Gefahr, da hat der Autor Recht. Von daher sehe ich diese Ansetzung am 9ten Renntag auch sehr kritisch. Wenn da ein Team nur noch zu siebt antritt, dann kann man da richtig viel Zeit verlieren. Vor allem wäre das dann im Grunde ohne eigenes Verschulden.


    Grundsätzlich finde ich die Etappe über Kopfsteinpflaster und auch Etappen mit möglichen Windkanten aber gut und interessant. Meines Erachtens wäre der Kurs der Tour gut gelungen wenn man einfach die Etappe am ersten Tag mit einem Mannschaftszeitfahren absolviert hätte und am 9ten Tag ein Einzelzeitfahren veranstaltet hätte. So könnten Ausfälle das TTT und den möglichen Toursieger nicht mehr dermaßen beeinflussen und die Rundfahrt hätte zumindest etwa 10 Einzelzeitfahrkilometer zusätzlich.


    Aber auch so bleiben interessante Bergetappen, mögliche Windkantenetappen, ein interessantes Teamzeitfahren, ein Einzelzeitfahren mit der Aussicht auf gelb sowie klassikerähnliche Abschnitte, die weitere Gelbjäger auf den Plan rufen werden. Ich hoffe nur, dass zumindest noch 1-2 der vielen Flachetappen im Finale etwas anspruchsvoller sind und so Punchern und bergfesten Sprintern Chancen bieten.

  • Ich persönlich finde, dass die Tourplanung sehr gut gelungen ist und sich durch die vorletzte Etappe rauf nach Alp d'Huez die Bergfahrer beweisen können. Für mich ist und bleibt dieser Anstieg der spannenste der Tour. Weiterhin bin ich hoch erfreut, dass es ein Teamzeitfahren gibt, jedoch binn ich wie hfgon der Meinung, dass es mehr Sinn gemacht hätte, die Tour mit einem solchen zu starten und ein par mehr Einzelkilometer hinzuzufügen.


    Alles in allem freue ich mich schon extrem auf die Tour und bin gespannt wer sich dieses Jahr das gelbe Trikot in Paris überstreifen darf.


    Außerdem finde ich, dass das Führungstrikot mega gut aussieht und bestimmt gern getragen wird, vielleicht auch mal von einem deutschen Fahrer.

  • So spektakulär war das nicht.
    Die Favoriten, also die Schlecks und Evans, haben es nicht geschafft sich voneinander abzusetzen und vorne gingen dann Contador,Rolland und Sanchez. Rolland hat es dann überraschend geschafft beide abzuhängen. Contador hatte in dem Jahr schon einen überragenden Giro in den Beinen, aber seine Ergebnisse wurden ihm dann auf Grund des Clenbuterols-Fall aberkannt.

  • Da hast du aber vergessen dass Contador und Schleck am ersten Berg Evans davongefahren sind undder Tour-Sieg zeitweise ziemlich auf der Kippe stand für Evans. Also ich habe die Etappe, zusammen mit der Galibier-Etappe einen Tag vorher, als eine der besten und spannensten Bergetappen die ich bei der Tour seit 2003 je gesehen habe im Kopf. Soweit ich weiß haben wir hier damals auch richtig richtig viel an dem Tag geschrieben.

  • Alter, das war eine der denkwürdigsten (Berg)Etappen der vergangenen 15-20 Tourjahre und aller Grand Tours...vor allem mit der Galibier-Etappe tags zuvor und dem gesamten Tourverlauf 2011. An dem Tag hat Andy Schleck die Tour verloren, als er Contadors mutige mit-dem-Rücken-zur-Wand-Attacke mitgegangen ist. So einen Rennverlauf würde ich mir gern mal wieder wünschen.


    Ich find die Tour 2015 voll in Ordnung und ganz interessant. Aber mein Wunsch ist nach wie vor: Eine Tour mit maximal 1-2 Tagen im Hochgebirge. Nur Rouleur-, Windkanten-, von mir aus auch Kopfsteinpflasteretappen, Mannschafts- und Einzelzeitfahren. Das wär's... :love:

    When I get sad, I stop being sad and be AWESOME instead!
    True story.

  • Ich bin ja mal gespannt ob man im nächsten Jahr Rigoberto Uran wieder bei der Tour sieht. Nach seinem diesjährigen Giro hätte ich eigentlich gesagt das ihm die Tour gut liegt, aufgrund seiner Zeitfahrstärke, nachdem die Tour 2015 aber fast komplett ohne Einzelzeitfahrkilometer auskommt ist der Giro sicherlich deutlich attraktiver für ihn. Zumal der Kurs der Tour nächstes Jahr in der ersten Woche wieder gute Chancen für Kwiatkowski bietet.

  • Ich freu mich schon wie ein Schnitzel auf die diesjährige Tour.
    Wenn es nicht wieder so ein Favoritensterben wie letztes Jahr wird...
    Musste gerade erfreut feststellen, dass Eurosport die Etappen sehr lange überträgt.