Ich habe mir den RSM jetzt doch wieder geholt, um den Be a Pro-Modus auszuprobieren.
Er ist sicherlich alles andere als optimal umgesetzt, aber fürs erste gefällt mir dieser Modus doch recht gut. Zu Beginn kann man neben grundlegenden Eigenschaften seinen Fahrertyp wählen. Ich habe mal als spanischer Bergfahrer angefangen mit einem Bergwert von 69, einem Hügelwert von 67, Beschleunigung von 68 und sonst Werten im 60er Bereich. Im Anschluss bekommt man Angebote von drei Teams, bei mir Caja Rural, Burgos und dem Lotto-u23-Team. Fürs erste habe ich mich für Burgos entschieden, da ich bei Caja Rural mit der schlechteste Fahrer gewesen wäre und der spanische Rennkalender bei Burgos meinen Qualitäten als Fahrer mehr entgegenkam als der von Lotto.
Im Spiel hat man einen vorgegebenen Rennkalender, den man in begrenztem Maße überarbeiten kann. Außerdem muss man sein Training überwachen, welches sich in die Bereiche Fitness und Fortschritt unterteilt. Um eine bestmögliche Rennform zu erreichen gilt es die Parameter Fitness, Frische, Rhythmus und Ermüdung bestmöglich zu kombinieren (logischerweise können nicht alle Parameter gleichzeitig auf bestem Level sein). Bei der Entwicklung kann man zwischen sieben Trainingsplänen wählen. Der Fahrer hat einen Entwicklungsbalken, welcher im Laufe der Zeit durch das Training und durch Erfolge in Rennen gefüllt werden kann. Ist er voll, dann erhält der Fahrer einen Schub für verschiedene Attribute.
Ich wollte mich eigentlich in die Richtung von Alejandro Valverde entwickeln und habe deshalb den Sprinter-Trainingsplan ausgewählt, allerdings ist und bleibt der Fahrer ein Bergfahrer und das Bergattribut entwickelt sich trotzdem noch weiter.
Zu Beginn des Jahres nimmt man an drei ausgedachten Rennen teil, die den Namen Cyanide Cup 1-3 tragen, zwei hügelige und ein flaches. Meinen Teamkollegen waren wirklich schlecht und die Konkurrenz passabel, aber nicht besonders angsteinflößend, dennoch war ich überrascht, direkt zwei Mal in die Top10 zu fahren (9. im ersten Rennen, 23. im zweiten Rennen, 7. im dritten Rennen).
Ein bisschen euphorisiert von diesem Ereignis begann ich meinen Formaufbau zur Andalusien-Rundfahrt Ende Februar. Doch schon bald musste ich feststellen, dass bei .1-Rennen ein ganz anderer Wind weht.
Um das zu verdeutlichen nachfolgend meine weiteren Platzierungen:
Vuelta a Mallorca: 71.
Vuelta a Murcia: 27.
Clasica de Almeria: 89.
Vuelta a Andalucia: 88. (hier war ich immerhin 2. in der Bergwertung)
Nach diesen enttäuschenden Ereignissen entschied ich mich, meinen Formhöhepunkt etwas weiter zu ziehen bis zu zwei .2-Rundfahrten mit welligen Etappen. Als Vorbereitung fuhr ich noch den Classica de Loulé, bei dem ich 68. wurde.
Die erste Rundfahrt war die Istrian Spring Trophy. Beim Auftaktzeitfahren kam ich nicht einmal in die Top50. Dann aber folgten zwei Etappen mit kleinen Steigungen am Ende und siehe da, endlich war mein Fahrer konkurrenzfähig. Bei der ersten Aukunft wurde ich Dritter, bei der zweiten 13. und im Gesamtklassement kam ich so auf den vierten Platz.
Die zweite Rundfahrt war die Volta a Costa Vicentina. Die beiden Etappen waren eher flach und nicht für Bergfahrer gemacht, aber auf der zweiten gab es immer wieder kleinere Steigungen und in einer der letzten Steigungen attackierte ich. Ich konnte zur Spitzengruppe aufschließen, die auch nur aus Fahrern bestand, die noch Chancen im Gesamtklassement hatten und die somit mit mir zusammenarbeiteten. In der letzten kurzen Steigung vor der Abfahrt ins Ziel attackierte ich erneut und konnte mich alleine absetzen und mit knappem Vorsprung bis ins Ziel retten. Mein erster Sieg, der mir auch gleich den Gesamtsieg einbrachte.
Nun ging mein Fokus in Richtung Spätfrühling/Frühsommer, vor allem zur Friedensfahrt für u23-Rennfahrer, die eine schwere Bergankunft beeinhaltete. Ich fuhr das Training erst einmal herunter und bezahlte dafür in den Rennen den Preis:
Gran Premio Miguel Indurain: 54.
Klasika Primavera de Amorebieta: 29.
GP Dyachenko: 106.
Circuit de Wallonie: 132.
Vuelta a Castilla y Leon: 60.
In die Friedensfahrt hinein war meine Form richtig gut. Sie war sogar so gut, dass ich nach einem Sturz auf der ersten Etappe wieder alleine zum Feld aufschließen konnte und keine Zeit verlor. Die Bergankunft beendete ich mit einer schlechten Tagesform auf dem zweiten Platz, aber am letzten Tag konnte ich mit einem Sieg das Ruder noch herumreißen und die Gesamtwertung gewinnen.
Zur Tour of Malopolska war meine Form sogar noch weiter gestiegen. Mit einem Bergwert von inzwischen 72 und 69 Hügel hatte ich hier zumindest gute Karten auf eine Top10-Platzierung. Ich hatte aber richtig Glück und zwei Mal eine Tagesform von +5, sodass ich zwei Etappen und schon die dritte Rundfahrt des Jahres für mich entscheiden konnte. Bei der Oberösterreichrundfahrt hatte ich das ausgleichende Pech und auf der entscheidenden Etappe eine schlechte Tagesform, sodass ich gegen schwache Konkurrenz nicht über den 7. Platz hinaus kam.
Von diesem Punkt aus war mein Plan, die Form noch über die spanischen Meisterschaften hinaus zu halten und danach einen neuen Aufbau zu meinem letzten Saisonziel, der Tour de l'Avenir, zu starten.
Das Zeitfahren verlief erwartet. Ich hatte überhaupt keine Chance und wurde 42. Dann kam das Straßenrennen. In einem Feld mit Valverde, Rodriguez und Contador war ich auf leicht welligem Kurs natürlich klarer Außenseiter. Alles lief wie erwartet, Movistar kontrollierte das Feld und Valverde ließ seine Rivalen nicht ziehen. Es schien auf einen Sprint einer Favoritengruppe hinauszulaufen, in dem ich natürlich überhaupt keine Chance haben würde, und so attackierte ich. Keiner ging hinterher und alleine konnte ich mich vor dem Feld über die letzte Steigung kämpfen. Movistar führte hinten nicht mit voller Konsequenz nach und so zog ich einfach durch, setzte alles auf eine Karte. Und siehe da, die Lücke wurde größer. 5 km vor dem Ziel hatte ich 40 Sekunden Vorsprung und begann innerlich an den Sieg zu glauben. 3 km vor dem Ziel: Immer noch 40 Sekunden. Ich war schon fast auf der Zielgeraden, aber jetzt gingen meinem Fahrer die Kräfte aus und das Feld kam näher. Valverde attackierte aus dem Feld und kam in etwa im doppelten Tempo von hinten angeschossen. Aber zu spät!

Das war natürlich mit riesengroßem Abstand mein größter Sieg, nachdem ich zuvor gegen die großen Namen nicht einmal ansatzweise hatte mithalten können.
Im Juli begab ich mich auf die Suche nach einem neuen Team. Mein Agent hatte Interesse von Astana, Bora und Caja Rural vermeldet, aber das waren nicht meine Wunschteams und so fragte ich bei anderen an. Zu meiner großen Enttäuschung hatte sonst nur Lampre aus der WorldTour-Interesse, obwohl ich gerade vielleicht der jüngste spanische Meister aller Zeiten geworden war. Zu allem Überfluss wollten mir diese Teams nicht einmal 3000 Euro pro Monat zahlen, was schon ein absoluter Hungerlohn gewesen wäre. Schließlich unterschrieb ich einen Einjahresvertrag bei Cofidis, in der Hoffnung, nächstes Jahr ein besseres Angebot zu bekommen.
In Vorbereitung auf die Burgos-Rundfahrt (mein erstes .HC-Rennen) fuhr ich noch drei Klassiker. Beim Prueba Villafranca wurde ich 23., das u23-Rennen Trofeo Almar konnte ich gegen schwache Konkurrenz gewinnen und beim GP Kranj wurde ich 12. Meine Form war also schon ziemlich gut und in Burgos konnte ich dann tatsächlich auch vorne mitfahren. Auf der schweren Bergetappe wurde ich 11., auf der Anschlussetappe sogar 10. und im Gesamtklassement 8. Mit diesem Ergebnis habe ich wohl endgültig gezeigt, dass mit mir zu rechnen ist.
Meine aktuellen Werte: 74 Berg, 70 Hügel, 75 Beschleunigung, 67 Abfahrt, alle anderen Werte sind noch unter 65.
Innerhalb der Rennen hat man keinerlei Verpflichtungen, man kann also im Grunde tun was man möchte. In den ersten Rennen war ich als Helfer eingeteilt, aber wenn man für sich fährt schadet es einem auch nicht. Ein schwächeres Team hilft aber insofern, als dass die Teamkollegen dann für einen fahren. Sie beschützen einen und machen auch Tempoarbeit, wenn man das Führungstrikot hat oder zu den Favoriten gehört. Die Interaktion mit dem Team ist aber sonst quasi nicht existent.
Die zweite Etappe der Burgos-Rundfahrt konnte ich nicht fahren und die Vertragsverhandlungen waren ehrlich gesagt sehr enttäuschend. Nach dem Sieg bei den nationalen Meisterschaften hätte mich Movistar eigentlich mit Kusshand aufnehmen müssen. Aber sei es drum.
Mein Fazit: Der Modus hat viel Luft nach oben, aber mir macht es trotzdem Spaß. Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen weiterhelfen. Ich spiele auf Schwierigkeit Normal und habe alle Rennen im 3D-Modus bestritten.
Andere Modi habe ich noch nicht getestet.