RADSPORT aus der Konsole

  • 75.png?lm=1520611569 Milano-Sanremo (23. März 2019)

    110. Austragung


    Erstmalig (Jahr): 1907

    Wettbewerb: Eintagesrennen

    Rekordsieger: 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Eddy Merckx (1966, 1967, 1969, 1971, 1972, 1975, 1976)

    Vorjahressieger: 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Vincenzo Nibali (2018)


    Milano > Sanremo (291.0 Km)

    Ingame: Reims > Nancy = 216 Km

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    Favoriten: Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick Step) - Caleb Ewan (Lotto Soudal) - Peter Sagan (BORA - hansgrohe)


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    Hintergründe: Das Eintagesrennen von Mailand nach Sanremo ist das erste der fünf Monumente des Radsportjahres. Ein Klassiker, mit mehr als 100 Jahren Tradition und enormen Prestige. Es ist das erste ganz große Highlight und der Auftakt zur Saison. "La Primavera" bietet inklusive Neutralisation eine Strecke von fast 300 Kilometer vom traditionellen Start in Mailand auf der Piazza Castello bis zum Ziel im Badeort Sanremo und gilt zurecht als das längste Eintagesrennen im World Tour-Kalender. Die Fahrt in den Frühling ist nicht nur ein extrem langes, sondern auch ein sehr spezielles Rennen, mit einem einzigartigen Charakter. Insgesamt ist die Strecke eher flach und aufgrund des immer gleichen Verlaufs zwar der am leichtesten kalkulierbare Klassiker, enthält aber sogenannte "Capis" - fünf kurze extrem steile Anstiege auf den letzten 55 Kilometern.


    Die ersten Rennstunden passiert wenig, dabei bietet die Halbzeit mit dem Tuchinopass (588 Höhenmeter) gleichzeitig den höchsten Punkt des Kurses. Doch wenn das Peloton die ligurische Küste erreicht hat, steigt mit jedem Kilometer die Spannung. Es wird hektisch im Feld, hart um Positionen gekämpft und das Tempo immer höher, während die Kräfte schwinden. Die Teams wollen ihre Kapitäne vorn im Feld positionieren, damit man bei möglichen Stürzen oder einem Riss im Feld nicht den Anschluss verliert und ggf. unnötige Energie aufwenden muss, um wieder heranzukommen. Auch für den Fan am TV-Bildschirm steigert sich die Spannung bis zum Höhepunkt am Poggio di Sanremo.


    In den vergangenen Jahren fiel dort die Vorentscheidung. Die Anspannung entlädt sich häufig in einem Attacken-Feuerwerk, gleichwohl sind nur wenige Fahrer in der Lage, nach solch einer Distanz noch attackieren zu können. Ein Blick in die Siegerliste verrät, dass zuletzt meist endschnelle Klassikerspezialisten wie John Degenkolb, Arnaud Démare oder Alexander Kristoff vorn lagen. Der letzte echte Sprinter, der in Sanremo triumphierte, war vermutlich Gerald Ciolek im Jahr 2013. Zumindest gibt der Poggio endlich die Antwort auf die entscheidende Frage: Ist eine späte Attacke erfolgreich, oder gibt es tatsächlich einen Sprint auf der Via Roma?


    Die Auffahrt zum Poggio beginnt neun Kilometer vor der Ziellinie. Es geht insgesamt 3,7 Kilometer auf einer schmalen Straße mit vier Haarnadelkurven bergauf (durchschnittliche Steigung: 3,7%). BORA - hansgrohe-Trainer Dan Lorang hat die Leistungswerte der vergangenen Austragungen genau analysiert und weiß: «Wer gewinnen will, muss am Poggio noch 500 Watt treten können». Dann führt eine technisch sehr anspruchsvolle Abfahrt auf teilweise schlechter Straße nach Sanremo. Nur die letzten 2 Kilometer zum Ziel sind flach. Um zu gewinnen, muss man bis zum Finale so viel Energie wie möglich sparen und über eine enorme Ausdauerleistung verfügen, denn wenn es so richtig zur Sache geht, sind die Fahrer bereits rund sieben Stunden im Sattel.


    EF Education First (EF1)

    Kapitän: Sacha Modolo

    Mission: Unter den besten 10 sein

    ef-education-first-pro-cycling-team-2019-n2.png


    StartnummerFahrerAlterBeste Platzierung (Milano-Sanremo)Stufe
    101cachew2k82.png Simon Clarke
    3232. Platz (2010)75.3
    10223px-flag_of_the_neth27k0q.png Julius van den Berg
    22Erste Teilnahme
    66.8
    10323px-flag_of_italy_sveujt0.png Alberto Bettiol
    2537. Platz (2017)75.9
    10423px-flag_of_the_unit59jo5.png Lawson Craddock
    27Erste Teilnahme
    74.1
    10523px-flag_of_the_neth27k0q.png Sebastian Langeveld
    3414. Platz (2014, 2015)
    75.6
    10623px-flag_of_the_unitomj0q.png Daniel McLay
    27DNF (2018)
    74.8
    10723px-flag_of_italy_sveujt0.png Sacha Modolo
    314. Platz (2010)
    76.6


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    Rennen: Auch in diesem Jahr sorgte eine dieser berüchtigten Attacken am Poggio für die Vorentscheidung. Rechtzeitig ging Oliver Naesen rund sieben Kilometer vor dem Schlussstrich in die Offensive und es konnten erwartungsgemäß nur wenige Piloten folgen, aber diese sieben Angreifer retteten ihren Vorsprung letztlich teils hauchdünn ins Ziel. Keine Spur von Favoriten wie Julian Alaphilippe, Caleb Ewan oder Alejandro Valverde. Auch Ex-Weltmeister Peter Sagan erwischte einen gebrauchten Tag und konnte deshalb keine gewichtige Rolle bei der Entscheidung spielen. Es sollte zugleich seine schlechteste Platzierung bei Milano-Sanremo seit dem Jahr 2011 werden und so muss der Slowake weiter auf einen Triumph bei der "Classicissima" warten. Während der 33-jährige Greg Van Avermaet vergeblich um seinen zweiten Sieg bei einem Monument des Radsports (Paris-Roubaix 2017) kämpfte, wiederholte Michal Kwiatkowski seinen Erfolg aus dem Jahr 2017 in beeindruckender Manier auf der Via Roma. Auch unsere Fahrer überraschten reihenweise mit neuen persönlichen Bestleistungen beim italienischen Radrennklassiker. Leider fuhren wir zwar mit Kapitän Sacha Modolo nicht das erwünschte Ergebnis ein, doch immerhin sorgte Alberto Bettiol für die anvisierte Top 10-Platzierung in Reihen von EF Education First.


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    twbmktw.jpg Tageswertung

    PlatzFahrerTeamZeit
    1.20px-flag_of_polandnrjdt.jpg Michal KWIATKOWSKI
    Team Sky
    6h 40' 14"
    2.23px-flag_of_belgium_ulj55.png Greg Van Avermaet
    CCC Team+4"
    3.cachew2k82.png Michael Matthews
    Team Sunweb+6"
    4.23px-flag_of_belgium_ulj55.png Philippe Gilbert
    Deceuninck - Quick Step+9"
    5.23px-flag_of_belgium_ulj55.png Oliver Naesen
    AG2R La Mondiale+9"
    6.23px-flag_of_the_neth27k0q.png Mike Teunissen
    Team Jumbo-Visma+9"
    7.23px-flag_of_italy_sveujt0.png Alberto Bettiol
    EF Education First+9"
    8.23px-flag_of_italy_sveujt0.png Elia Viviani
    Deceuninck - Quick Step
    +10"
    9.23px-flag_of_france_sp5jo2.png Arnaud Démare
    Groupama - FDJ
    +10"
    10.21px-flag_of_norway_sckk8a.png Alexander Kristoff
    UAE Team Emirates
    +10"
    . . . . .
    18.23px-flag_of_italy_sveujt0.png Sacha Modolo
    EF Education First
    +10"
    38.cachew2k82.png Simon Clarke
    EF Education First
    +27"


    Next: Tour des Flandres

  • 19.png?lm=1520611569 Ronde van Vlaanderen (7. April 2019)

    103. Austragung


    Erstmalig (Jahr): 1913

    Wettbewerb: Eintagesrennen

    Rekordsieger: 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Tom Boonen (2005, 2006, 2012) - 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Achiel Buyssex (1940, 1941, 1943) - 16px-flag_of_switzerladj61.png Fabian Cancellara (2010, 2013, 2014) - 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Eric Leman (1970, 1972, 1973) - 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Fiorenzo Magni (1949, 1950, 1951) - 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Johan Museeuw (1993, 1995, 1998)

    Vorjahressieger: 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Niki Terpstra (2018)


    Antwerp > Oudenaarde (267.0 Km)

    Ingame: Vlaanderen Classic (Anvers > Oudenaarde) = 270 Km

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    Favoriten: Philippe Gilbert (Deceuninck - Quick Step) - Zdenek Stybar (Deceuninck - Quick Step) - Greg Van Avermaet (CCC Team)


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    Hintergründe: Als zweites Monument des Jahres steht der flämische Radklassiker an. Er gilt als Höhepunkt der belgischen Klassikersaison. Für die radsportverrückten Flamen ist ihre "Ronde" nicht nur eines der wichtigsten Feste des Jahres, sondern sie ist auch ein absolutes Nationalheiligtum. Beeindruckende Massen säumen die Strecke und machen das Rennen für die Profis zu einem einzigartigen Erlebnis. "Flanderns Schönste" ist mit 270 Kilometern, 17 Anstiegen (die sich "Hellinge" nennen) und fünf Kopfsteinpflaster-Passagen ein extrem schweres Rennen. Dabei sind die Wege ganz unterschiedlich mit Kopfsteinpflaster besetzt, ob vergleichsweise große Zwischenräume am Koppenberg oder horizontal ausgerichtete Steine an der Muur von Geraardsbergen, die für einen unangenehmen Treppeneffekt sorgen. Die Schwierigkeiten sind immer ganz unterschiedlicher Natur. Also kommen nur die allerbesten Klassikerfahrer der Welt als Sieger in Frage. Überraschungssieger sind fast komplett ausgeschlossen. Auch die Chancen für Sprinter fallen im Vergleich zum ersten Monument des Jahres deutlich geringer aus. Stattdessen sind Puncheure gefragt.


    Die Strecke der 103. Flandern-Rundfahrt weist im Vergleich zum Vorjahr kaum Änderung auf. Das Rennen startet zum dritten Mal in Folge in Antwerpen. Im Laufe der Geschichte wechselte der Start und Zielort von Brügge nach Meerbeke zu Antwerpen nach Oudenaarde. Es sind insgesamt 17 "Hellinge" zu meistern, die auf den ersten Blick harmlos wirken und kaum 100 Höhenmeter erreichen, doch ihre Steigungen - teils kurze, ruppige Anstiege über 20 Prozent - haben es definitiv in sich. Eine entscheidene Passage bleibt das "Kwaremont-Paterberg-Doppel". Wie schon 2018 wird der Oude Kwaremont dreimal und der Paterberg zweimal erklommen. Bei den Fans ist vor allem die legendäre Muur von Geraardsbergen beliebt, ein schmaler Streckenabschnitt aus Kopfsteinpflaster bei dem die Fahrer einen Höhenunterschied von 44 Metern bezwingen müssen. Diese stellen die berüchtigtsten Anstiege durch die flämischen Ardennen dar und werden von den Fahrern noch Tage später verflucht. Es gibt auch Kuriositäten: Beispiel gefällig? Bei Regen sind Abschnitte wie der Koppenberg spiegelglatt und kaum zu bewältigen. Die Folge ist bisweilen, dass Fahrer, die ihr Geld mit dem Sport verdienen, trotzdem ihr Hightech-Rad nach oben schieben, weil ansonsten kein Weiterkommen möglich ist. Ein Kuriosum, das im professionellen Radsport nur selten zu beobachten ist.


    Nach dem Start in Antwerpen führt die Strecke gen Südwesten und das Peloton passiert nach knapp 100 Kilometern den Zielort Oudenaarde, wo es vorbei am Ronde-Museum in Richtung flämische Ardennen geht. Wenig später steht die erste von insgesamt drei "Oude-Kwaremont-Passagen" an und es beginnt die Kletterei. Anschließend sind die markantesten Punkte sicherlich der Tenbosse und die Muur von Geraardsbergen, bevor mit der zweiten von drei Passagen des Oude Kwaremont sowie der ersten von zwei Passagen des Paterbergs gut 50 Kilometer vor dem Ziel bereits das Finale und folglich ein hartes Ausscheidungsrennen eingeläutet wird. Von dort geht es, wie gehabt, über den Koppenberg und das Kopfsteinpflaster der Mariaborrestraat zum Steenbeekdries und auf den Taaienberg. Auf den schmalen Straßen zählt nun eine gute Position und vor jedem Anstieg wird ein Sprint gefahren, um möglichst weit vorn zu sein. Der Kruisberg in Hotond wartet rund 26 Kilometer vor dem Zielstrich auf die Fahrer und wurde in den vergangenen Jahren stets als Startrampe für rennentscheidende Attacken genutzt. Es folgt zum Abschluss nochmals das "Kwaremont-Paterberg-Doppel", dabei ist der Paterberg nun der letzte Anstieg des Tages, bevor es auf den verbleibenden 13 Kilometern flach bis zur Minderbroedersstraat in Oudenaarde geht.


    Das Rennen ist sehr lang, extrem hart und schwer, hier kommen nur die ganz großen Namen wie Philippe Gilbert oder Peter Sagen als Sieger in Frage. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren gibt es allerdings keinen absoluten Top-Favoriten. Die großen Stars scheinen auf Augenhöhe. Jedoch gibt es keine Zweifel an der Ausnahmestellung vom belgischen Team Deceuninck – Quick-Step, das alljährlich immer das stärkste Aufgebot im Feld für die Flandern-Rundfahrt stellen kann. Viele Experten reden spaßeshalber davon, dass alle acht Profis in den blau-weißen Jerseys zu den Favoriten zählen. «Die Stimmung ist hier einzigartig. Das Publikum kann dich mitreißen und versteht auch sehr viel von den Rennen und weiß über die Fahrer Bescheid. Zum anderen liegt mir die Art, wie hier gefahren wird und der Charakter der Rennen. Abteilung Attacke – heißt hier das Motto. Ich liebe es einfach, auf den engen Straßen und dem Pflaster angriffslustig zu fahren. Ich mag es, ein hohes Tempo zu bolzen, zwei Stunden lang Anschlag zu fahren und an meine Leistungsgrenzen zu gehen», schwärmt Nils Politt in einem Interview von den belgischen Klassikern. Der Sieger erreicht unter den radsportverrückten Flamen nahezu Unsterblichkeit. Man darf gespannt, wer in diesem Jahr das Zeug dazu hat, sich zu einem wahren Heroen aufzuschwingen.


    EF Education First (EF1)

    Kapitän: Alberto Bettiol

    Mission: Unter den besten 5 sein

    ef-education-first-pro-cycling-team-2019-n2.png


    Startnummer Fahrer Alter Beste Platzierung (Ronde van Vlaanderen) Stufe
    71 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Sep Vanmarcke
    30 3. Platz (2014, 2016) 79.1
    72 20px-flag_of_denmark_6vkkj.png Matti Breschel 34 6. Platz (2009) 71.1
    73 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sebastian Langeveld
    34 5. Platz (2011)
    75.6
    74 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Sacha Modolo 31 6. Platz (2017) 76.6
    75 23px-flag_of_the_unit59jo5.png Taylor Phinney 28 40. Platz (2014) 74.8
    76 23px-flag_of_new_zealjgktg.png Tom Scully 29 80. Platz (2018) 71.1
    77 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Alberto Bettiol
    25 24. Platz (2017) 75.9


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    Rennen: Kein Überraschungssieger! Kein Solo-Sieger wie im letzten Jahr! Auf den flämischen Straßen entwickelte sich wie erwartet ein hartes Ausscheidungsrennen bis auf die Zielgerade, immerhin mit dem glücklichen Ende für einen ihrer Landsleute. Es war ein großer Tag für den belgischen Radsport bei ihrem Heimspiel; unter den besten 6 platzierten sich gleich vier Belgier. So sicherte sich Ex-Weltmeister Philippe Gilbert endlich seinen zweiten Triumph bei der Flandern-Rundfahrt, denn der erfahrene Klassikerspezialist hatte offenbar unterwegs mehr Körner gespart als seine Mitstreiter und machte sich dies im Finale auf der Minderbroedersstraat lehrbuchartig zunutze. In seiner Karriere verbuchte der 37-Jährige bislang drei Monumente (Flandern-Rundfahrt 2017, 2018 | Lüttich-Bastogne-Lüttich 2011 | Lombardei-Rundfahrt 2009, 2010), so fehlen nur noch Siege bei Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix, um es den drei Radsport-Granden aus Belgien - Roger De Vlaeminck, Eddy Merckx sowie Rik Van Looy - nachzumachen. Nur ihnen gelang es bisher alle fünf Monumente zu gewinnen. Hingegen enttäuschte Zdenek Stybar - großer Mitfavorit und Mannschaftskamerad von Philippe Gilbert in Personalunion - und blieb dem Team heute einiges schuldig, obwohl der Tscheche bislang ein herausragendes Frühjahr absolvierte. Auch für unseren Rennkapitän Alberto Bettiol verlief das Rennen nicht wie erhofft, denn der Italiener präsentierte sich nach seinem Sturz beim E3 BinckBank Classic in mäßiger Verfassung. Daher war für ihn nicht mehr als ein trostloses Endresultat möglich. Jedoch überzeugte der Belgier Sep Vanmarcke vor heimischer Kulisse nach einer großen kämpferischen Vorstellung auf Platz vier. Der 30-Jährige hielt die Hinterräder der Top 2 bis kurz vor Schluss und sammelte insgesamt 120 Weltcuppunkte. Ebenfalls stellte Sebastian Langeveld seine Qualitäten auf Kopfsteinpflaster mit einem respektablen 19. Rang unter Beweis und fuhr gemeinsam mit namhaften Piloten wie Edvald Boasson Hagen, Bob Jungels oder Zdenek Stybar über die Linie. Daher machte uns der Tag absolut Hoffnung für die kommende Woche, wenn die Königin der Klassiker auf das Fahrerfeld wartet.


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    twbmktw.jpg Tageswertung

    Platz Fahrer Team Zeit
    1. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Philippe GILBERT Deceuninck - Quick Step 6h 36' 47"
    2. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Oliver Naesen AG2R La Mondiale 0"
    3. 20px-flag_of_slovakiaonki8.png Peter Sagan BORA - hansgrohe +2"
    4. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Sep Vanmarcke
    EF Education First
    +2"
    5. 20px-flag_of_denmark_6vkkj.png Michael Valgren Team Dimension Data +2"
    6. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Greg Van Avermaet
    CCC Team +7"
    7. 21px-flag_of_norway_sckk8a.png Alexander Kristoff UAE Team Emirates +7"
    8. 23px-flag_of_spain_sv6ej22.png Alejandro Valverde Movistar Team +7"
    9. 23px-flag_of_france_sp5jo2.png Arnaud Démare Groupama - FDJ +7"
    10. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Wout van Aert Team Jumbo-Visma +7"
    . . . . .
    19. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sebastian Langeveld EF Education First +2' 34"
    45. 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Alberto Bettiol
    EF Education First
    +3' 19"


    Next: Paris-Roubaix

  • cache2cjki.png Paris-Roubaix (14. April 2019)

    117. Austragung


    Erstmalig (Jahr): 1896

    Wettbewerb: Eintagesrennen

    Rekordsieger: 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Tom Boonen (2005, 2008, 2009, 2012) - 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Roger De Vlaeminck (1972, 1974, 1975, 1977)

    Vorjahressieger: 20px-flag_of_slovakiaonki8.png Peter Sagan (2018)


    Compiègne > Roubaix (257.0 Km)

    Ingame: Paris-Roubaix (Compiègne > Roubaix) = 257 Km

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    Favoriten: John Degenkolb (Trek - Segafredo) - Peter Sagan (BORA - hansgrohe) - Greg Van Avermaet (CCC Team)


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    Hintergründe: Paris-Roubaix ist eines der berühmtesten klassischen Eintagesrennen im Straßenradsport. Wie gewohnt folgt nur eine Woche auf die Flandern-Rundfahrt mit der "Hölle des Nordens" schon der dritte Klassiker des Jahres. Diesen Beinamen trägt die Hatz über das grobe Pflaster in Nordfrankreich völlig zurecht. Schließlich ist Paris-Roubaix mit keinem anderen Rennen vergleichbar. Die "Königin der Klassiker" wird seit 1977 nicht mehr in Paris, sondern rund 80 Kilometer nördlich, vor dem Schloss in Compiègne gestartet. Das Ziel befindet sich nach 257 Kilometern im Vélodrome von Roubaix; dabei geht es insgesamt auf einer Strecke von 54,5 Kilometern, also etwa 20 Prozent der Gesamtdistanz, über Kopfsteinpflaster - die sogenannten "Pavés". Im Gegensatz zu "Flanderns Schönsten" sind kaum Anstiege zu bewältigen, doch die insgesamt 29 "Pavé"-Passagen verlangen den Rennfahrern in einem mehr oder weniger flachen Rennen alles ab. Dieser einzigartige Charakter und die großartige Stimmung an den Pflaster-Abschnitten machen die Faszination "Hölle des Nordens" aus. Die Zuschauer an den "Pavés" verwandeln den Parcours regelrecht in eine Arena und die Fahrer in Gladiatoren. Es ist das härteste Rennen der Welt, physisch und mental bringt es die Fahrer an ihr Limit.


    Auch in diesem Jahr wird ein episches Rennen erwartet. Allerdings gibt es keinen Top-Favoriten. Die Spezialisten sind auf einem ähnlichen Leistungsniveau und so scheint auch eine Überraschung bei Paris-Roubaix möglich. Es soll leichten Gegenwind geben, was Attacken besonders schwer macht. Der Gegenwind dürfte den endschnellen Fahrern entgegen kommen, denn er könnte dazu führen, dass eine größere Gruppe an der Spitze im Vélodrome ankommt. Das erste Pflasterstück wird erneut rund 100 Kilometer nach dem Start erreicht. Hinter dem Ort Troisvilles geht es auf den ersten Sektor. Dieser wird jedoch etwas kürzer sein, als 2018. Der zweite Sektor führt von Briastre nach Viesly, dort wird das Feld erstmalig den Gedenkstein für Michael Goolaerts passieren. An jener Stelle hat der Belgier während des Rennens im Jahr 2018 einen Herzstillstand erlitten und war infolge dessen verstorben. Anschließend geht es über die Sektoren Quiévy (Sektor 26), Saint-Python (Sektor 25) und Vertain (Sektor 24). Dieser Teil ist im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert. Ab Valenciennes (Sektor 23) sehen wir den gleichen Parcours wie im Vorjahr. Eine Korrektur gibt es zusätzlich – nach neuen Messungen ist die Passage im Trouree d’Arenberg nur 2300 Meter und nicht 2400 Meter lang. Leichter ist dieser brutale Abschnitt über extrem grobes Pflaster aber nicht.


    Auch bei der 117. Austragung sind im Finale die drei Sektoren mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad der fünften Kategorie die entscheidenden Schlüsselstellen. Das erste ganz schwere und vor allem gefürchtete Stück ist der besagte Trouree d’Arenberg. Schon vor dem Pflaster wird es extrem schnell, weil alle Starter wollen in den vordersten Reihen auf das Pflaster fahren, denn hier gehören insbesondere Defekte und Stürze zur Normalität. Nach dem Wald wird geschaut, wer noch dabei ist. Es beginnt ein taktisches Rennen und ein hartes Ausscheidungsfahren. Rund 48 Kilometer vor dem Ziel kommt die nächste Schlüsselstelle – der Sektor Mons-en-Pévèle. Der ganze Körper arbeitet, Sektor für Sektor schwinden die Kräfte und der Tritt wird nun immer schwerer. Der legendäre Le Carrefour de l’Arbre ist eines der schwersten Pflasterstücke, nur 17 Kilometer vor dem Ziel. Wer hier noch stark ist, kann eine Vorentscheidung erzwingen. Unter tosendem Applaus kämpfen sie sich durch das schmale Spalier. Die Gladiatoren der Landstraße werden hier gefeiert, wie nirgendwo sonst. Fast alle Reserven sind aufgebraucht. Die Blicke sind leer, alle Fahrer leiden. Voller Bewunderung und Respekt feiern Radsportfans aus aller Welt ihre Helden.


    Es ist unwirklich, wie die verdreckten Fahrer scheinbar in Zeitlupe in das Vélodrome einbiegen. Kein runder Tritt, keine Geschmeidigkeit. Hier bewegt letztlich nur noch der pure Wille die Pedale. In den hintersten Ecken ihres Körpers suchen sie nach Kraftreserven. Man darf Paris-Roubaix durchaus hassen, aber man muss es wohl auch irgendwie lieben, um es gewinnen zu können. Das berühmteste Zitat zum Rennen stammt von Theo de Rooy aus dem Jahr 1985: «Dieses Rennen ist Schwachsinn. Du arbeitest wie ein Tier, du hast keine Zeit zum Pinkeln, machst dir in die Hose. Es ist ein Haufen Scheiße», sagte er nach dem Rennen. Als der Reporter nachfragte, ob er denn jemals wieder starten würde, antwortete de Rooy sofort: «Natürlich, es ist das schönste Rennen der Welt». Der Preis? Ein Pflasterstein! Die Hoffnungen der deutschen Zuschauer ruhen auf John Degenkolb (Trek - Segafredo) und Nils Politt (Team Katusha Alpecin). «Mindestens 50% sind die Beine. Du musst top drauf sein, um dabei bleiben zu können. Aber der Kopf ist schon extrem wichtig. An sich zu glauben, nicht aufzugeben, sich nicht verrückt machen lassen, an sein Konzept zu glauben», sagte der deutsche Sieger aus dem Jahr 2015. Wer jubelt also in der "Hölle des Nordens"? Nur einer kann den Stein der Steine gewinnen, doch sie sind alle Helden.


    EF Education First (EF1)

    Kapitän: Sep Vanmarcke

    Mission: Unter den besten 3 sein

    ef-education-first-pro-cycling-team-2019-n2.png


    Startnummer Fahrer Alter Beste Platzierung (Paris-Roubaix) Stufe
    41 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Sep Vanmarcke
    30 2. Platz (2013) 79.1
    42 20px-flag_of_denmark_6vkkj.png Matti Breschel 34 9. Platz (2009) 71.1
    43 cachew2k82.png Mitchell Docker 32 15. Platz (2011) 72.0
    44 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Julius van den Berg 22 Erste Teilnahme 66.8
    45 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sebastian Langeveld
    34 3. Platz (2017)
    75.6
    46 23px-flag_of_the_unit59jo5.png Taylor Phinney 28 8. Platz (2018) 74.8
    47 23px-flag_of_new_zealjgktg.png Tom Scully 29 64. Platz (2018) 71.1


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    Rennen: Am Sonntag, den 14. April 2019, gingen insgesamt 175 Fahrer aus 25 Teams bei trockenem, aber kaltem Wetter mit einstelligen Temperaturen um 11:00 Uhr an den Start, von denen sich letztlich genau 100 Teilnehmer platzieren konnten. Erneut machte sich die belgische Dominanz - unter den besten 10 platzierten sich gleich sieben Belgier - eindrucksvoll bemerkbar, wie schon in der vorangegangenen Woche. Bei Wind aus Nordost, also Gegenwind, schien ein gutes Abschneiden aus einer frühen Fluchtgruppe, wie im Vorjahr durch Silvan Dillier (AG2R La Mondiale) mit Platz 2, ohnehin ausgeschlossen. Trotz dieser widrigen Bedingungen wurde ein unbarmherziges Tempo angeschlagen, woraus sich in der Folge schnell ein reines Ausscheidungsrennen ergab. Aus dem letzten 5-Sterne-Sektor Le Carrefour de l’Arbre kam das formierte Spitzenquintett mit 30 Sekunden Vorsprung vor der Verfolgergruppe heraus. Sep Vanmarcke wirkte an letzter Position bereits schwer angeschlagen, dann feuerte Vorjahressieger Peter Sagan an die Spitze und eröffnete das Finale rund 15 Kilometer vor dem Zielstrich. Die verbliebenen Mitstreiter konnten dem Tempo vom Ex-Weltmeister lediglich folgen, denn keiner sah sich zunehmend imstande eine endgültige Selektion herbeizuführen, bevor Sagan mit einem erneuten Antritt kurz nach Verlassen der Gemeinde Willems eine kleine Lücke aufriss und die gleichfalls entkräfteten Verfolger - mit Ausnahme von Vanmarcke - in den Wind stellte. Der belgische Mannschaftskapitän von EF Education First hielt der Tempoverschärfung erstaunlicherweise stand und konnte nun etwas pokern, da Peter Sagan fast ausnahmslos von vorne fuhr, um einen Anschluss der direkten Verfolger zu verhindern. Im Vélodrome hielt Vanmarcke weiterhin bewusst das Hinterrad von Peter Sagan und ließ sich auch von dessen Stehversuchen nicht aus der Ruhe bringen. Inzwischen hatte sich das belgische Trio um Philippe Gilbert, Oliver Naesen bzw. Greg Van Avermaet bis auf wenige Meter genähert, doch Sep Vanmarcke setzte sich zur Überraschung aller im finalen Spurt buchstäblich mit letzter Kraft durch. Mit 30 Jahren feierte der belgische Radrennfahrer nach dem 6. Platz im Vorjahr nicht nur seinen ersten Sieg bei einem Monument des Radsport, sondern auch den größten Erfolg in seiner bisherigen Laufbahn. Ein prestigeträchtiger Triumph für die amerikanische Equipe!


    10204018ax3ccs.jpg


    twbmktw.jpg Tageswertung

    Platz Fahrer Team Zeit
    1. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Sep VANMARCKE EF Education First 6h 23' 33"
    2. 20px-flag_of_slovakiaonki8.png Peter Sagan BORA - hansgrohe 0"
    3. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Oliver Naesen AG2R La Mondiale 0"
    4. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Greg Van Avermaet CCC Team 0"
    5. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Philippe Gilbert Deceuninck - Quick Step 0"
    6. 21px-flag_of_norway_sckk8a.png Alexander Kristoff UAE Team Emirates +1' 12"
    7. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Wout van Aert Team Jumbo-Visma +1' 12"
    8. 23px-flag_of_the_czecvwjdi.png Zdenek Stybar Deceuninck - Quick Step +1' 12"
    9. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Jasper Stuyven Trek - Segafredo +1' 12"
    10. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Tiesj Benoot Lotto Soudal +1' 36"
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    14. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sebastian Langeveld EF Education First +3' 31"
    33. 23px-flag_of_the_unit59jo5.png Taylor Phinney
    EF Education First
    +6' 25"


    Next: Liège-Bastogne-Liège

  • 19.png?lm=1520611569 Liège-Bastogne-Liège (28. April 2019)

    105. Austragung


    Erstmalig (Jahr): 1892

    Wettbewerb: Eintagesrennen

    Rekordsieger: 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Eddy Merckx (1969, 1971, 1972, 1973, 1975)

    Vorjahressieger: 23px-flag_of_luxembouxckmh.png Bob Jungels (2018)


    Liège > Liège (256.0 Km)

    Ingame: WR Championship Brüssel (Brüssel > Brüssel) = 250 Km

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    Favoriten: Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick Step) - Jakob Fuglsang (Astana Pro Team) - Michal Kwiatkowski (Team Sky)


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    Hintergründe: Der letzte Klassiker des Frühjahrs steht auf dem Plan: "La Doyenne" (die Älteste) führt von Lüttich durch die wallonischen Ardennen nach Bastogne und wieder zurück. Diesen Beinamen trägt das Rennen unter Kennern, da es erstmals im Jahr 1892 gestartet wurde und damit als ältestes Rennen im Straßenradsport gilt, welches noch ausgetragen wird. Zugleich zählt Lüttich-Bastogne-Lüttich definitiv zu den schwersten Eintagesrennen der Saison, denn die Strecke ist geprägt durch ihr hügeliges Profil (insgesamt 11 kurze, steile Anstiege namens "Côtes") und so müssen die Profis satte 4.500 Höhenmeter bewältigen. Die Besonderheit bei diesem belgischen Monument liegt in der raschen Abfolge von neun "Côtes" auf den letzten gut 100 Kilometern. Bei diesem Klassiker haben auch andere Fahrertypen als der Sprinter – beispielsweise der Puncheur oder Kletterer – eine Chance auf den Sieg.


    Die Strecke ist auch in diesem Jahr fast 260 Kilometer lang und es geht reichlich auf und ab. Daher ändert sich am Charakter des Rennens abgesehen vom Finale wenig. In diesem Jahr kann Lüttich-Bastogne-Lüttich auch endlich wieder seinen Namen zurecht tragen, weil nach mehr als einem Vierteljahrhundert erstmals wieder das Ziel im Herzen von Lüttich angesiedelt ist, und nicht mehr in Ans, einer Kleinstadt vor den Toren der wallonischen Metropole. Demnach ist die Côte de La Roche-aux-Faucons nun der letzte Anstieg des Rennens und es geht flach in Richtung Boulevard d’Avroy. So verschwindet neben dem Anstieg zum Ziel in Ans auch die berühmte Côte de Saint-Nicolas aus dem Parcours. «Dadurch wird sich die Taktik der Teams ändern. Es ist gut möglich, dass bei diesem Rennen aus einer kleinen Gruppe heraus um den Sieg gesprintet wird», vermutet Katusha Alpecin-Sportchef Jose Azevedo.


    Mehr als 85 Kilometer vor dem Ziel wird das Finale bei diesem Eintagesrennen eingeläutet. Das berühmte Berg-Trio Côte de Wanne, Côte de Stockeu und Côte de la Haut Levée ist zurück im Programm und könnte für die erste Selektion im Feld sorgen. Denn durch das flache Finale wollen die starken Kletterer sicherlich versuchen, die endschnellen Männer zeitig an ihr Limit zu bringen, um sie früher oder später abzuschütteln. So könnte 37 Kilometer vor dem Schlussstrich wieder der populäre Anstieg Côte de la Redoute zu einer Schlüsselstelle werden. Anschließend bleiben noch der Côte des Forges und eben der Côte de La Roche-aux-Faucons. Diese Rampe ist die allerletzte Chance, bergauf eine Vorentscheidung zu erzwingen. Sollte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Gruppe enteilt sein, wird es schwer, sie zurückzuholen. Vom Gipfel sind es nämlich nur noch 15 Kilometer bis zum Ziel in Lüttich - dabei verläuft die Strecke zunächst bergab, dann noch einmal kurz bergauf und abschließend einige Kilometer flach. Wer macht hier das Rennen?


    EF Education First (EF1)

    Kapitän: Michael Woods

    Mission: Unter den besten 10 sein

    ef-education-first-pro-cycling-team-2019-n2.png


    Startnummer Fahrer Alter Beste Platzierung (Liège-Bastogne-Liège) Stufe
    11 23px-flag_of_canada_p4qk89.png Michael Woods 32 2. Platz (2018) 79.0
    12 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Alberto Bettiol 25 DNF (2018) 75.9
    13 23px-flag_of_the_unit59jo5.png Nathan Brown 27 121. Platz (2016) 69.8
    14 cachew2k82.png Simon Clarke 32 41. Platz (2014) 75.3
    15 23px-flag_of_the_unit59jo5.png Lawson Craddock 27 37. Platz (2016) 74.1
    16 18px-flag_of_estonia_sdkl9.png Tanel Kangert 32 11. Platz (2016) 75.0
    17 23px-flag_of_colombiaj4k7c.png Daniel Felipe Martínez 23 61. Platz (2018) 75.1


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    Rennen: Rund zwei Wochen vor dem Start des Giro d’Italia nahm das Radsport-Frühjahr mit dem heutigen Ardennenklassiker ein jähes Ende. Das Team von General-Manager Patrick Lefevere düpierte die gesamte Weltelite mit einem unvergleichlichen Doppelsieg und verzeichnete bereits den zweiten Triumph bei bisher vier Monumenten im Kalenderjahr 2019. Natürlich zählte Julian Alaphilippe zu den absoluten Top-Favoriten, keine Frage, aber die Vorstellung vom belgischen Altmeister Philippe Gilbert - beste Platzierung bei LBL seit acht Jahren - wusste zu beeindrucken. Zudem überzeugte das Astana Pro Team auf ganzer Linie und platzierte insgesamt vier Starter unter den Top 20. Die Verlegung des Rennziels und auch das schlechte Wetter änderten am gewohnten Verlauf von Lüttich-Bastogne-Lüttich relativ wenig. Weder wagten sich die Favoriten früher aus der Reserve, noch kam es zu einem Massensprint. Es blieb ein zehrendes Ausscheidungsfahren, bei dem sich die Favoriten bis zum letzten möglichen Moment bedeckt hielten und wie so oft der Fahrer mit dem stärksten Tank bzw. kraftvollsten Punch gewann. Aus der Führungsgruppe setzte Ex-Weltmeister Michal Kwiatkowski, angefahren von seinem Teamkollegen David de la Cruz, rund 2 Kilometer vor dem Schlussstrich auf leicht ansteigender Straße zur Attacke an. Der 27-jährige Franzose reagierte blitzschnell, nahm prompt das nötige Tempo auf, zog im richtigen Moment raus und sorgte von vorne für die Entscheidung. Es war endlich sein erster Sieg bei einem Monument nach dem 2. Platz bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (2015) bzw. der Lombardei-Rundfahrt (2017), dem 3. Platz bei Mailand-Sanremo (2017) sowie dem 4. Platz bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (2018). Hingegen hatte Michael Woods verzweifelt versucht am Hinterrad von Alaphilippe dranzubleiben, doch es gelang einfach nicht. Schließlich verbaute dieses explosive Finale wohl eine bessere Platzierung, aber die Verantwortlichen von EF Education First zeigten sich absolut erfreut über die Platzierungen ihrer Fahrer: „Good job"!


    640x410_julian-alaphiieeb4.jpg


    twbmktw.jpg Tageswertung

    Platz Fahrer Team Zeit
    1. 23px-flag_of_france_sp5jo2.png Julian ALAPHILIPPE Deceuninck - Quick Step 6h 18' 04"
    2. 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Philippe Gilbert Deceuninck - Quick Step 0"
    3. 20px-flag_of_polandnrjdt.jpg Michal Kwiatkowski Team Sky 0"
    4. 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Vincenzo Nibali Bahrain Merida 0"
    5. 23px-flag_of_canada_p4qk89.png Michael Woods EF Education First 0"
    6. 20px-flag_of_denmark_6vkkj.png Michael Valgren Team Dimension Data +12"
    7. 23px-flag_of_spain_sv6ej22.png Omar Fraile Astana Pro Team +12"
    8. 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Diego Ulissi UAE Team Emirates +12"
    9. 23px-flag_of_spain_sv6ej22.png Luis León Sánchez Astana Pro Team +12"
    10. 23px-flag_of_spain_sv6ej22.png Jesús Herrada Cofidis, Solutions Crédits +12"
    . . . . .
    17. 18px-flag_of_estonia_sdkl9.png Tanel Kangert
    EF Education First +29"
    18. 23px-flag_of_colombiaj4k7c.png Daniel Felipe Martínez
    EF Education First
    +29"


    Next: Giro d'Italia

  • 75.png?lm=1520611569 Giro d'Italia (11. Mai 2019 - 2. Juni 2019)

    102. Austragung


    Erstmalig (Jahr): 1909

    Wettbewerb: Etappenrennen

    Rekordsieger: 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Alfredo Binda (1925, 1927, 1928, 1929, 1933) - 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Fausto Coppi (1940, 1947, 1949, 1952, 1953) - 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Eddy Merckx (1968, 1970, 1972, 1973, 1974)

    Vorjahressieger: 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Tom Dumoulin (2018)


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    Die 102. Italien-Rundfahrt beginnt am 11. Mai 2019 mit einem 8,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren vom Stadtzentrum Bolognas hinauf zum Heiligtum San Luca, einer Kirche auf dem Colle della Guardia. Der 2 Kilometer lange Anstieg nach San Luca ist bekannt aus dem Herbstklassiker Giro dell'Emilia. So sind die Favoriten auf den Gesamtsieg schon zum Auftakt voll gefordert. Mit drei Einzelzeitfahren, schweren Bergetappen, sechs Flachetappen und einigen Teilstücken mit Puncheure-Finale, ist es ein ausgewogener und typischer Giro-Kurs. Dabei kommt die Strecke starken Zeitfahrern mit ihren insgesamt 60 Kilometern im Kampf gegen die Uhr sicher entgegen. Doch auch die Kletterer bekommen ihre Chancen, Zeit gutzumachen. Der Giro ist und bleibt nun mal die unberechenbarste und damit aufregendste Grand-Tour. Die Entscheidung um den Gesamtsieg wird erst in der schweren Schlusswoche fallen.


    In der ersten Woche führt das Rennen zunächst an der Tyrrhenischen Küste gen Süden, wobei zwei weitere Etappen durch die Emilia-Romagna verlaufen. Bis zum ersten Ruhetag bekommen die Sprinter mehrere Chancen auf einen Etappensieg, aber auch die Puncheure können sich in Szene setzen. Nach dem Zeitfahren zum Auftakt, der zweiten Etappe über welliges Terrain, ist das dritte Teilstück wie gemacht für die Top-Sprinter. Nach weiteren Sprint- bzw. Puncheure-Etappen endet die erste Woche mit einem langen und anspruchsvollen Einzelzeitfahren (34,7 Kilometer) mit Bergaufziel in San Marino auf der 9. Etappe. Dieser Grenzübertritt in die Mini-Republik wird das einzige Mal in diesem Jahr sein, dass der Giro tatsächlich Italien verlässt.


    Nach dem Ruhetag bekommen die Sprinter gleich zwei Chancen in Folge, doch anschließend werden auf der 12. Etappe dann die Tage der Kletterer eingeläutet mit dem steilen Montoso-Anstieg, von dem es allerdings noch relativ weit bis ins Ziel nach Pinerolo ist. Danach stehen aber die beiden ersten Alpenetappen auf dem Programm. In den Westalpen gibt es auf dem 13. Teilstück zunächst die Bergankunft am Lago Serrù und am Folgetag eine Bergetappe im Aostatal - recht kurz, aber sehr anspruchsvoll - mit Ziel in Courmayeur. Die zweite Woche klingt aus mit einem langen Teilstück auf dem anspruchsvollen Terrain der Lombardei-Rundfahrt.


    Die Schlusswoche beginnt mit einer extrem schweren Etappe von Lovere nach Ponte di Legno. Es ist die Königsetappe dieses Giro und sie führt über den 2618 Meter hohen Gaviapass und den legendären bzw. ultrasteilen Mortirolo. Zwischen den Bergankünften tagsdrauf in Antholz und San Martino di Costrazzo bekommen die Sprinter ihre letzte Chance auf einen Etappensieg bei der diesjährigen Rundfahrt. Sowohl das 19. Teilstück als auch die anspruchsvolle 20. Etappe enden jeweils mit einer Bergankunft. Insbesondere die letzte Bergetappe hat es noch einmal in sich: Sie führt über die drei Pässe Campo, Manghen, Rolle und endet mit einer Bergankunft am Monte Avena. Damit ist die Entscheidung in der Gesamtwertung aber möglicherweise noch nicht gefallen. Denn das abschließende Einzelzeitfahren in Verona ist zwar nur 15,6 Kilometer lang, beinhaltet aber den Torricelle-Anstieg. Dramaturgisch geschickt inszeniert müssen die starken Kletterer ihre Chancen vor dem Schlusstag nutzen, um ein Polster auf die starken Zeitfahrer herauszufahren.


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    Team Jumbo-Visma (UAD)

    Kapitän: Primoz Roglic

    Mission: Werden Sie Erster in der Gesamtwertung

    team-jumbo-visma-2019-n2.png


    Startnummer Fahrer Alter Beste Platzierung (Giro d'Italia) Stufe
    171 23px-flag_of_sloveniaj7kns.png Primoz Roglic 29 58. Platz (2016) 79.8
    172 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Koen Bouwman 25 50. Platz (2018) 73.1
    173 23px-flag_of_belgium_ulj55.png Laurens De Plus 23 24. Platz (2017) 71.9
    174 23px-flag_of_the_unit59jo5.png Sepp Kuss 24 Erste Teilnahme 71.1
    175 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Tom Leezer 33 DNF (2012) 72.5
    176 23px-flag_of_germany_gijzp.png Paul Martens 35 63. Platz (2013) 70.4
    177 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Antwan Tolhoek 25 Erste Teilnahme 73.3
    178 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Jos van Emden 34 99. Platz (2018) 76.2


    Next: 1. Stage (Bologna > Madonna di San Luca)

  • 1. Etappe - ITT (11. Mai 2019)


    Bologna > Madonna di San Luca (8.0 Km) screenshot2023-01-290nrfme.jpg

    Ingame: Sallanches > Megève = 16 Km

    1541075119_etappe_hoelii2o.jpg


    Vorschau: "Etappe 1 – Zeitfahren mit fieser Rampe (cyclingmagazine.de)"


    Favoriten: Tom Dumoulin (Team Sunweb) - Bob Jungels (Deceuninck - Quick Step) - Primoz Roglic (Team Jumbo-Visma)


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    Team Jumbo-Visma

    Einschätzung: Das bergige Profil eignet sich mehr für reine Bergfahrer als für Zeitfahrspezialisten.

    Erwartung: Primoz Roglic dürfte die Bestzeit seines Teams erreichen. Er kann es aufs Podium schaffen.

    Missionen: Primoz Roglic (Ziel: Erreichen Sie in weniger als 31' 22" das Ziel)


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    Auftakt nach Maß für Titelverteidiger Tom Dumoulin

    Der niederländische Top-Favorit ist perfekt in die 102. Italien-Rundfahrt gestartet. Der zweifache Giro-Sieger (2017, 2018) gewann am Abend in Bologna das Einzelzeitfahren mit Ziel an der Wallfahrtskirche Madonna di San Luca und trägt damit ab morgen das "Maglia Rosa". «Ich bin sehr, sehr glücklich, ich musste jetzt drei Stunden warten, es ist sehr schön, dass ich das Rosa Trikot geholt habe», sagte Dumoulin im Siegerinterview.


    screenshot2023-01-291edfys.jpg


    twbmktw.jpg Tageswertung

    Platz Fahrer Team Zeit
    1. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Tom DUMOULIN Team Sunweb 31' 02"
    2. 23px-flag_of_sloveniaj7kns.png Primoz Roglic Team Jumbo-Visma +4"
    3. 23px-flag_of_the_unitomj0q.png Simon Yates Mitchelton-Scott +5"
    4. 23px-flag_of_spain_sv6ej22.png Mikel Landa Movistar Team +21"
    5. 23px-flag_of_ecuador_amjt9.png Richard Carapaz Movistar Team +31"
    6. 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Vincenzo Nibali Bahrain Merida +31"
    7. 20px-flag_of_russiaq5kqs.png Ilnur Zakarin Team Katusha Alpecin +39"
    8. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sam Oomen Team Sunweb +39"
    9. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Bauke Mollema Trek - Segafredo +42"
    10. 23px-flag_of_colombiaj4k7c.png Miguel Ángel López Astana Pro Team +44"
    . . . . .
    28. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Antwan Tolhoek
    Team Jumbo-Visma
    +2' 05"
    31. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Koen Bouwman
    Team Jumbo-Visma
    +2' 16"


    25px-jersey_pink_svgs4kgs.png Gesamtwertung

    Platz Fahrer Team Zeit
    1. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Tom DUMOULIN Team Sunweb 31' 02"
    2. 23px-flag_of_sloveniaj7kns.png Primoz Roglic Team Jumbo-Visma +4"
    3. 23px-flag_of_the_unitomj0q.png Simon Yates Mitchelton-Scott +5"
    4. 23px-flag_of_spain_sv6ej22.png Mikel Landa Movistar Team +21"
    5. 23px-flag_of_ecuador_amjt9.png Richard Carapaz Movistar Team +31"
    6. 23px-flag_of_italy_sveujt0.png Vincenzo Nibali Bahrain Merida +31"
    7. 20px-flag_of_russiaq5kqs.png Ilnur Zakarin Team Katusha Alpecin +39"
    8. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sam Oomen Team Sunweb +39"
    9. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Bauke Mollema Trek - Segafredo +42"
    10. 23px-flag_of_colombiaj4k7c.png Miguel Ángel López Astana Pro Team +44"
    . . . . .
    28. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Antwan Tolhoek
    Team Jumbo-Visma
    +2' 05"
    31. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Koen Bouwman
    Team Jumbo-Visma
    +2' 16"


    25px-jersey_violet_svc3j70.png Punktewertung

    Platz Fahrer Team Punkte
    1. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Tom DUMOULIN
    Team Sunweb
    20
    2. 23px-flag_of_sloveniaj7kns.png Primoz Roglic
    Team Jumbo-Visma
    17
    3. 23px-flag_of_the_unitomj0q.png Simon Yates
    Mitchelton-Scott
    15
    . . . . .


    jersey_whitequfpu.png Nachwuchswertung

    Platz Fahrer Team Zeit
    1. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Sam OOMEN
    Team Sunweb 31' 41"
    2. 23px-flag_of_colombiaj4k7c.png Miguel Ángel López
    Astana Pro Team +5"
    3. 20px-flag_of_russiaq5kqs.png Pavel Sivakov
    Team INEOS +20"
    . . . . .
    7. 23px-flag_of_the_neth27k0q.png Antwan Tolhoek Team Jumbo-Visma +1' 26"


    Next: 2. Stage (Bologna > Fucecchio)