Kurzgeschichten und Eintagesrennen

  • Zweiter Akt: Tour de France
    Auf der Fantasyvariante von kissaha kamen Jungs Fähigkeiten nicht sonderlich zur Geltung. Es gab nur wenige schwere Bergetappen mit Bergankunft und viel zu viele Zeitfahrkilometer. Jung fuhr nach einer kleinen Rennpause als Vorbereitung für die Tour de France neben dem GP du canton d’Argovie auch die Tour de Suisse, welche er beide für sich entscheiden konnte. Die nationalen Meisterschaften nutzte er mehr zum Einrollen und führte stattdessen Degenkolb, der als eigener Topsprinter zur Tour an reiste, zum erneuten Titel. Neben den beiden Deutschen standen mit den Franzosen Bardet als Vorjahressieger und Pinot echte Edelberghelfer zur Verfügung, wobei Bardet durchaus auf eigene Rechnung fahren durfte. Nur Pinot muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Sein Fokus lag schließlich auf den Ardennenklassikern, die er auch fast alle gewonnen hatte, so dass zur Tour nicht mehr als eine Platzierung unter den Top 10 erwartet werden durfte. Als Unterstützung für Degenkolb war Ahlstrand eingeteilt, als Helfer für die hügeligen Etappen fungierten Thomas und Skjaeveland sowie Quaade und Rowe auf flachem Gelände.


    Den Auftakt machte gleich ein 45 Kilometer langes hügeliges Einzelzeitfahren rund um Milau. An der ersten Zwischenwertung bei der Hälfte des Anstieges lag Jung sogar drei Sekunden vor Tejay van Garderen (TvG) als ärgsten Konkurrenten. Bei der zweiten ZW bei etwa Rennhälfte konnte TvG die Führung übernehmen und 49 Sekunden auf Jung als Vorsprung herausfahren. In der Abfahrt ging Jung im Gegensatz zu Pinot und Bardet ein wenig die Energie aus, was ihm weitere 26 Sekunden kostete. Geraint Thomas konnte hingegen nach Platz 2 an der zweiten Zwischenzeit noch zulegen, so dass er im Ziel nach der längeren Abfahrt sogar eine Sekunde vor TvG einkam. Quaade beendete das Rennen auf einem hervorragenden dritten Platz. Pinot wurde Achter (38'' zurück) und Bardet 11. (49''). Die weiteren Favoriten lieferten mit Ferreira (neuer Gesamtwertungsfahrer aus Portugal und Gewinner der Vuelta a Espana 2020) auf Platz 6 (16'' zurück) und Majka 10. (45'') ein gutes Rennen ab. Quintana handelte sich auf Platz 26. Bereits 1'35'' an Rückstand ein. Aru lag als 46. bereits nach dem ersten Tag mit 2'14'' zurück.


    Auf der zweiten hügeligen Etappe von Milau nach Ganges war die Form von Jung mit 94 schon sehr gut. Bardet und Pinot hatten mit 92 und 91 noch Reserven. Es gab von Beginn an ein nervöses Rennen. Immer wieder bildeten sich kleinere Grüppchen, so dass Thomas mit einer schlechten Tagesform abreisen lassen musste. Am vorletzten Anstieg machte Pinot das Tempo und führ dabei aus dem Feld heraus. Zum vier Kilometer langen Schlussanstieg wurde er aber wieder vom Feld gestellt, so dass Pinot, Bardet und Jung vor restlichen Feld in die Steigung gingen. TvG und Ferreira konnten eine kleine Lücke, die das Trio reißen konnte, wieder zufahren. Trotzdem sprintete am Ende noch Jung noch an Bardet vorbei und siegte mit 14 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen. Dritter wurde Ferreira (22''), Vierter TvG (36''). Pinot kam in der Gruppe mit Majka um die 50 Sekunden zurück ins Ziel. Quintana handelte sich als 11. mit 1'46'' genauso wie Aru als 14. (2'27'') weiteren Rückstand ein. Im Gesamtklassement führte jetzt TvG vor Ferreira mit einer Sekunde, 3. Keldermann (25''), 4. Bardet (26''), 5. Jung (38''), 6. Pinot (52'') und 7. Majka (58''). Der eigentlich ebenso favorisierte Quintana lag als Neunter mit 2'44'' schon ziemlich weit zurück und auch Aru als 17. mit 4'04'' Rückstand war schon mehr als außerhalb der Schlagdistanz.


    Die flache dritte Etappe gewann Kittel. Dege ließ unerklärlicherweise bei Sprintbeginn reißen, so dass er nur noch Platz Vier ins Ziel retten konnte.


    Auf der vierten Etappe lief es besser. Dege gewann nach 2019 und vielen Helferdiensten für Kristoff in den letzten Jahren seinen zweiten Sieg auf einer Touretappe. Das Grüne fehlte ihm mit 32 Jahren aber immer noch.


    Den leichten Hügel 10 km vor Ziel der flachen 5. Etappe nutzten Bardet und Pinot, um Sprinter wie Kittel das Leben schwer zu machen. Das klappte ohne Probleme, jedoch ging auch eine Lücke zu den beiden Franzosen auf, so dass Pinot vor Bardet gewann. Dege wurde Vierter und führte nun in der Punktewertung.


    Die bergige sechste Etappe zum Col de la Core in den Pyrenäen war eine der wenigen Möglichkeiten, um Zeit auf die stärkeren Zeitfahrer herauszuholen. Die Form bei allen meinen GK-Fahrern war auf 94 gestiegen, allerdings hatte nur Bardet mit +4 eine gute Tagesform. Jung mit -3 und Pinot mit -5 erging es nicht so gut. Trotzdem sicherte sich Pinot die erste große Bergwertung, da es vorerst keine Ausreißer gab. Erst 30 km vor Ziel setzten sich Fahrer ab. Am Schlussanstieg gab es zuerst Angriffe einiger Außenseiter, die Bardet nutzte, um sich abzusetzen. TvG versuchte etwas später nachzusetzen und kam ebenso weg. Jung war leider schlecht positioniert und wollte dessen Attacke mitgehen, kam aber nicht an den anderen Fahrern vorbei, so dass er erst mit den nächsten Attacken und hohem Grundtempo zu TvG auffahren konnte. TvGs nächsten Angriff parierte jetzt Jung direkt an seinem Hinterrad. Weiter vorn holte Bardet 2 km vor dem Ziel die Ausreißer des Tages ein und hatte schon knappe 40 Sekunden Vorsprung auf die ärgsten Verfolger. Bardet gewann hierdurch ohne Probleme. Jung konnte durch seine passive Fahrweise bei schlechter Tagesform Platz Vier im Sprint vor TvG in einer Gruppe mit 49 Sekunden Abstand zum Sieger erringen. Zwart (niederländisches Bergtalent), Mohoric (TvG Edelhelfer), Ferreira und Herklotz waren ebenso in dieser Gruppe dabei. Danach kamen erst Aru, Quintana, Majka und Pinot mit bereits 1'20'' Rückstand. Bardet führte jetzt mit 23 Sekunden auf TvG. Ferreira war weiter eine Sekunde dahinter. Jung als Vierter hatte 1'01'', Pinot 5. 1'46'' Abstand zum Teamkollegen. Bardet übernahm auch die Bergwertung, Pinot als Stellvertreter war mit vier Punkten zurück.


    Auf der Etappe 7 galt es "nur" den Col du Tourmalet 10 km vor Ziel zu überqueren. Das Ziel lag nach einer Abfahrt in Bareges bei 173 km. Die Tagesform war heute bei meinen Anwärtern aufs Gesamtklassement ausgeglichen, so dass vielleicht etwas möglich war. Ich entschloss mich jedoch die Ausreißer mit großem Vorsprung ziehen zu lassen und erst zum Ende hin auf die Attacken der stärkeren Bergfahrer zu reagieren. Pinot fuhr alles zu, bis Zwart angriffen hatte. TvG ging mit, Bardet und Jung folgten hinten dran. Alle konnten sich absetzen. Den zweiten Angriff von TvG und Zwart hatten Jung und Bardet jedoch verpasst, so dass der Deutsche die Lücke zu TvG erst an der Bergwertung zufahren konnte. Bardet war hierbei total am Anschlag und Jung keine große Hilfe gewesen. Der Franzose konnte sich aber in der Abfahrt erholen und sogar aus der Gruppe rausfahren. Als hinten weitere Favoriten aufschlossen, attackierte auch Jung in der Abfahrt, um zu Bardet aufzuschließen. Es gewannen zwei Ausreißer, so dass Jung mit Bardet den Sprint um Platz Drei eröffneten. Es gab eine kleinere Lücke zu der Gruppe dahinter, die aber nicht gewertet wurde, so dass alle Favoriten zeitgleich einkamen. Nur Aru, Majka und Quintana waren 44 Sekunden dahinter. Unter den ersten Vieren gab es keine Zeitveränderungen. Pinot war weiter Fünfter mit nun 2'30'' Rückstand auf Bardet.


    Die achte Etappe war zwar bergig - die letzten 34 km jedoch flach, was keine Veränderungen in der Gesamtwertung erwartet ließ. So kam es dann auch, wodurch Jung in den Pyrenäen keine Zeit auf den zeitfahrstarken TvG aufholen konnte. Das machte es für die verbleibenden Etappen durchaus schwieriger, die Gesamtwertung noch zu erringen. Die Ausreißer gewannen die Etappe. Das Hauptfeld war fast 20 Minuten zurück. Mathias Frank konnte die Situation zu seinen Gunsten ausnutzen und mit vier Minuten Vorsprung ins Gelbe gefahren, was mir für die anstehenden fünf Flachetappen sehr recht war. Auch weil Dege kein absoluter Sprintfavorit war, konnte sich die Mannschaft für die schwere dritte Woche schonen.

    Fortsetzung folgt...

  • Als Chef von Tinkoff Saxo hab ich mit Alberto Contador die Ardennen Woche (Amstel, La Fleche, LBL) im Triple geholt. Diese großartige Leistung von Peter Sagan mit 2x zweiten Plätzen und einem 5. Platz unterstrichen. :)
    Dazu hab ich als Ziel noch die Gesamtsiege bei Tour und Vuelta.

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    Vuelta a Espana 2015 / P 6 (Einzel) / P 2 (Team / Team RSM Newbies)
    Tour de France 2016 / P 13 (Einzel) / P 2 (Team / TBA) -- Vuelta a Espana 2016 / P 9 (Einzel) / P 2 (Team / TBA)
    Giro D´Italia 2017 / P 6 (Einzel) / Sieger (Team / TBA) -- Tour de France 2017 / P 6 (Einzel) / P 2 (Team / TBA)

  • Das klingt ja auch fantastisch. Hattest du denn keine Gegner? Mal sehen, ob du die GTs auch schaffen wirst.

    Fortsetzung Zweiter Akt: Tour de France

    Auf der 9. Etappe siegte Sagan vor Degenkolb, ansonsten gab es keine Veränderungen im Gesamtklassement.


    Bei Sagans erneutem Sieg befand sich Dege eigentlich an Kittels Hinterrad, war aber 3 km vor dem Ziel eingeklemmt und wurde durch zurückfallende Fahrer zurückgebunden. Als Etappenzehnter führte er jedoch immer noch in der Punktewertung.


    Auf der Etappe 11 war Dege mal wieder richtig positioniert und kam auch noch im Finale an Demares Teamkollegen und Sprintanfahrer Sagan vorbei. Demare gelang das aber ebenso und gewann daher knapp vor dem Deutschen. Ansonsten gab es wie auf den letzten Etappen keine Veränderungen.


    Auf der nächsten Flachetappe war Dege mal wieder falsch positioniert. Nach einem starken Sprint auf Platz Drei hinter Demare und Coqard hatte er immer noch 37 Punkte Vorsprung auf Demare, was ihn weiter das grüne Trikot tragen ließ.


    Auf der 13. Etappe kam Degenkolb von weiter hinten erst an Kittel heran und dann in dessen Windschatten auf Platz Zwei, wodurch er seinen Vorsprung in der Punktewertung auf 53 Punkte zu Kittel erhöhen konnte.


    In dem 29 Kilometer langen Einzelzeitfahren auf einem leicht hügeligen Kurs von Givors nach Vienne konnte heute bereits eine Vorentscheidung ums Gesamtklassement fallen. Die entscheidende Frage war, wird der Rückstand für die verbleibenden drei Bergetappen mit zwei Bergankünften sowie einer Hügelankunft auf einer weiteren schwereren Etappe zu Gunsten von TvG ausreichen oder kann der Amerikaner doch noch abgefangen werden? Bei der Tour de Suisse hatte TvG jedenfalls Jung auf vergleichbarer Strecke fast drei Minuten abgenommen. Das sollte dann doch zu viel sein, wenn sich Jung noch Ambitionen ausrechnete. Jungs Fitness war bei 96, Pinot und Bardet wiesen eine 95 auf. Die Tagesform meiner Fahrer war durchschnittlich, was nur hoffen ließ, das TvG keinen super Tag erwischt. Zuerst setzte Phinney eine Bestzeit, die eine Weile halten sollte. Aus meinem Team versuchte sich u. a. Thomas an dieser Vorgabe und lag an der Zwischenzeit nur neun Sekunden zurück. Bis zum Ziel nahm er noch etwas Tempo auf, es reichte aber um vier Sekunden nicht. Als Siebtletzter startete Pinot, danach war Jung dran. Bardet nahm als Vorletzter des Starterfeldes sofort die Verfolgung von TvG auf, der direkt vor ihm gestartet war. Phinneys Bestzeit hatte jedoch weiter Bestand. An der Zwischenzeit kamen Pinot mit 48 und Jung gar mit fast einer Minute Zeitrückstand vorbei. Als TvG an derselben Zwischenzeit als Siebter mit 26 Sekunden Rückstand die Zeitmessung auslöste, war klar, dass auch nach der Etappe noch alles drin war und es auf dem restlichen Teilstück den Rückstand weiter in Grenzen zu halten galt. Bardet reihte sich mit 55 Sekunden Zeitdifferenz zur Zwischenzeit zwischen seinen Teamkameraden ein. Im Ziel war es zuerst Pinot mit 1'11'' Rückstand und nach ihm Jung, der 1'32'' auf Phinney verlor. Selbst wenn TvG also in der zweiten Hälfte des Zeitfahrens das Rennen seines Lebens gefahren wäre, hätte man wohl damit leben können. Es kam aber so, wie das Rennen begonnen hatte, TvG überquerte die Ziellinie und lag erstaunlich weit von der Bestzeit weg. So betrug der Vorsprung auf Jung lächerliche 50 Sekunden! Als Bardet mit 1'21'' hinter dem Tagessieger Phinney einkam, war der Tag für das Team perfekt gelaufen. Thomas wurde schließlich Etappenzweiter und in der Gesamtwertung führte weiterhin Frank vor Ferreira, der mit einem super Zeitfahren auf Platz 5 und nur +32'' Rückstand im Tagesklassement jetzt ebenso ein ernsthafter Podiumskandidat geworden war. TvG war jetzt Dritter mit nur neun Sekunden auf den Portugiesen und wiederrum 16 Sekunden Vorsprung auf Bardet. Jung folgte mit 1'28'' auf TvG, was für ihn absolut machbar sein sollte. Und auch Majka mit 2'25'' und Pinot mit 2'36'' zu TvG hielten sich weiter gut in der Gesamtwertung. Quintana hatte dagegen seine Tourambitionen mit 4'23'' hinter TvG bereits ausgeträumt und musste wohl die Anstrengungen des Giros erst noch verdauen. Anderthalb Minuten zwischen TvG und Jung - jetzt hieß es Attacke in der dritten Woche!


    Auf dem Weg nach Grenoble stand 30 km vor dem Ziel der Chamrousse im Weg. Da die Teamhelfer auf dem ersten Teilstück schnell aufgebraucht waren, musste Pinot schon am vorletzten Berg das Tempo bestimmen, da ein paar durchaus gefährliche Bergfahrer ausgebrochen waren, denen man nicht zu viel Zeit mitgeben durfte. Leider stellte sich heraus, dass Bardet keinen guten Tag erwischt hatte (-4 Tagesform) und wohl nur an TvG dranbleiben konnte. Jung ging es dagegen viel besser. Mit ihm plante ich einen Angriff direkt am Fuße des entscheidenden Anstieges. Er konnte sich mit einer Attacke auch prompt absetzen, ohne dass hinten gekontert wurde. Pinot ließ sogleich das Tempo sacken, so dass der Vorsprung schnell wuchs. Jung holte die Ausreißer ein und hatte schon über zwei Minuten Vorsprung, was ihn virtuell zum Führenden machte. Hinten fuhren jetzt doch die Favoriten, so dass Pinot und Frank sogleich Probleme bekamen. An der Bergspitze betrug der Vorsprung noch 1'46'' auf die Favoritengruppe. Weitere 40 Sekunden dahinter folgten Frank und Pinot. In der Abfahrt musste Pinot sogar den bis dato führenden Frank fahren lassen. Immerhin Bardet konnte sich in der Verfolgergruppe halten. Vorn fuhr unterdessen nur noch Jung, um möglichst wenig Zeit zu verlieren, den die Ausreißer wollten nicht so recht mithelfen und hofften lieber auf einen Tagessieg. Hinten wechselte man sich dagegen ab, so dass der Vorsprung weiter schmolz. Im Zielsprint versuchte Jung noch die Etappe zu gewinnen, aber die beiden Ausreißer hatten am Hinterrad zu viele Kräfte gespart. Quintana führte schließlich die Gruppe der Favoriten mit 56 Sekunden Rückstand zu Jung ins Ziel. Frank rettete sogar noch einmal das Leadertrikot, allerdings verlor Pinot heute sogar 3'30'' auf die Favoritengruppe und war damit aus den Top 10 gerutscht. Die Teamwertung ging daher auch um wenige Sekunden an Astana – das Team von TvG. Das war aber egal, da Jung den Rückstand mehr als halbieren konnte.


    Auf der nicht ganz so bergigen 16. Etappe nach La Mure konnte nur noch Jung eine ausgezeichnete Regeneration aufweisen, zumal es die letzte Gelegenheit vor dem Ruhetag war, die eine oder andere Schwächephase der Gegner auszunutzen. Das Problem war allerdings mal wieder die Tagesform: Pinot -5, Jung -3, nur Bardet fühlte sich durchschnittlich gut. Eigentlich hätte die Etappe daher auch was für die Ausreißer sein können, die Ambitionen wurden aber erst von Quintanas BIC Team und dann von Astana recht früh zerstört. Als die Ausreißer eingeholt waren, versuchte Quintana die Teamarbeit zu vollenden, jedoch wurde er in der letzten Abfahrt wieder gestellt. Das Feld der Favoriten ging also geschlossen in den 6 km langen Schlussaufstieg. Pinot bestimmte die Geschwindigkeit und Quintana griff erneut an. Nur Jung, Bardet und Aru folgten. Jedoch konnte Jung die Attacke nicht bis zu Ende mitgehen und musste Quintana ziehen lassen. Bardet war leider auch keine große Hilfe und konnte auch nicht viel mehr zusetzen. Hinten ließ TvG sein Astana Team weiter arbeiten, um den Rückstand zu verkleinern. Quintana war allerdings zu stark, so dass er sich den ersehnten Tagessieg bei einer bisher für ihn schlecht verlaufenen Tour holte. 30 Sekunden dahinter wurden Aru, Bardet und Jung zeitgleich mit den heransprintenden Ferreira und TvG gewertet. Pinot konnte dabei nicht folgen und kam in der nächsten Gruppe mit +1'06'' ins Ziel. Frank musste das Leadertrikot abgeben, so dass es jetzt erst mal den Portugiesen Ferreira aus dem Trikot zu fahren galt. Mit einem Abstand von neun Sekunden war jetzt TvG Zweiter, dahinter Bardet (+25'') und Jung (+41''). Andere Fahrer kamen für den Gesamtsieg bei zwei noch ausstehenden Bergetappen nicht mehr in Frage.

    Fortsetzung folgt...

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    2 Mal editiert, zuletzt von Rsverrückter (21. September 2015 um 09:25)

  • Fortsetzung Zweiter Akt: Tour de France

    Nach dem zweiten Ruhetag galt es auf der 17. Etappe nunmehr in den Alpen innerhalb von knapp 120 km nach Risoul zuerst den Col du Lautaret bei Kilometer 31 und danach den Col d'Izoard bei Kilometer 78 zu bewältigen, bevor man sich dem Schlussanstieg widmen konnte. Die Form war immer noch sehr gut und die Regeneration ausgezeichnet. Die Favoriten hielten sich bis zu Schlussanstieg zurück und nur Astana machte das Tempo. Man holte einen Ausreißer nach dem nächsten wieder ein, so dass erst im letzten Drittel des Schlussanstieges Aru einen Angriff wagte. An dessen Hinterrad folgten sogleich Jung, TvG und Bardet. Allerdings war der Angriff recht schwach, so dass die restliche Gruppe schnell wieder aufschließen konnte. TvG machte nun das Tempo und glaubte an den Sieg. Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel fasste sich Jung ein Herz und griff mit allem was er hatte an, ohne dass ihm jemand folgen wollte. Den letzten Ausreißer konnte er zwar nicht mehr abfangen, aber so kam er immerhin zeitgleich als Zweiter ins Ziel. Nach einer Lücke kam auch die Gruppe mit TvG, Bardet, Aru und Ferreira sowie TvGs Edelhelfer Mohoric, der bisher Träger des Bergtrikots war und jetzt punktgleich hinter Jung lag ein. Quintana führte die nächste Gruppe um Pinot und Majka mit 51 Sekunden Rückstand ins Ziel. Jung lag durch seinen Einsatz jetzt nur noch sechs Sekunden hinter Ferreira und drei Sekunden vor TvG. Bardet hatte aber auch nur 25 Sekunden Rückstand.


    Die 18. Etappe gewann Sagan vor Kittel und Degenkolb, ansonst ruhten sich alle für die morgige Königsetappe aus.


    Auf dem Etappenplan standen fast 200 km mit vier Bergwertungen plus ein langer Schlussanstieg zum Col de Lombarde an der französisch - italienschen Grenze. Vorher ging es auf der 19. Etappe allerdings noch über den Col d'Allos, Col des Champs, Col de la Cayolle und Col de la Bonette. Wie viele Minuten man hier herausfahren könnte war fraglich, aber es mussten ja nur ein paar Sekunden sein. Beste Voraussetzungen also mit Jung und Bardet, die beide eine Form von 98 aufwiesen und auch die Regeneration war wieder ausgezeichnet. Jung war der klare Favorit auf den Etappensieg und diesen wollte ihn das Team auch erreichen lassen. Notfalls sollte auch Bardet, der bisher ganz auf eigene Kappe fahren durfte, sich für Jung aufopfern müssen. Zunächst galt es jedoch die Bergwertung abzusichern. Gleich zum Anfang griffen Moser und Aru, welcher 12. der Gesamtwertung war an, so dass Pinot das Tempo erhöhte und nur Ferreira mit Teamkollegen folgen konnte. Bardet und Jung konnten die Lücke recht schnell schließen und auch den Abstand zu Aru durch Pinots Arbeit egalisieren. Das würde nun also ein heißes Rennen werden. Die Gruppe hatte nun schon eine Minute Vorsprung auf das von TvGs Astana Team angeführte Feld. Diese zogen sogleich das Tempo an und fuhren vor der ersten Bergwertung des Tages das dezimierte Hauptfeld wieder in die Spitzengruppe. Pinot sicherte sich die Punkte vor Aru, Jung war Vierter, so dass er nun alleiniger Führender im gepunkteten Trikot war. Das Tempo verlangsamte sich, ein paar Fahrer konnten aufschließen. Am Beginn des zweiten Anstieges gab es wieder Attacken, aus denen sich abermals nur Moser und Aru absetzen konnten und wieder war es Pinot, der die Ausreißer stellte und ein moderates Tempo anschlug. Kurz vor der Bergwertung gab es erneut Attacken, die Pinot mitging und so die zweite Bergwertung vor Moser für sich entscheiden konnte. In der sechsköpfigen Spitzengruppe bestand jedoch keine Einigkeit, so dass man von der Favoritengruppe abermals gestellt wurde. Mehrere Angriffe von Arredondo (13. im GK) wurden natürlich durch Pinot egalisiert. Dieser siegte am Col de la Cayolle und holte sich 20 Punkte, so dass er jetzt mit neun Punkten vor Jung das Klassement anführte. An der vorletzten Bergwertung hatte Pinot schon wesentlich mehr zu tun. Unter mehrfacher Kraftanstrengung fuhr er immer wieder zu den gefährlichen Ausreißern hin. Zum Schluss setzte er sich sogar vom Hauptfeld ab, um zu dem einen verbliebenen Ausreißer aufzuschließen. Das gelang, so dass er erneut die maximale Punkteausbeute erringen konnte. Das Feld schloss in der Abfahrt zu den Beiden auf, so dass nun noch 22 Mann gemeinsam in den Schlussanstieg gehen konnten. Der Helfer entledigt machte nun Ferreira als Gesamtführender ein ordentliches Tempo. Fahrer um Fahrer fielen dem Tempodiktat des Portugiesen zum Opfer. Für Jung und Bardet war das allerdings kein Problem, nur Pinot hatte verständlicherweise Probleme. 10 km vor dem Ziel fiel Pinot mit kaum noch Kraftreserven aus der dann nur noch 12-köpfigen Spitzengruppe heraus. Einem Angriff von Majka folgten Zwart, Jung und Bardet, welche sich aber nicht entscheidend absetzen konnten. Allerdings führte die Tempoverschärfung dazu, dass nur noch Ferreira, TvG und Quintana zu Bardet, Jung und Zwart aufschließen konnten. Majka zollte seinem Angriff Tribut und musste abreißen lassen. Nun war es an Bardet, das Tempo hochzuhalten. Ein Zwischenangriff von Zwart ging im Tempodiktat von Bardet unter, bis er schließlich selbst mit Jung und Ferreira am Hinterrad angriff. Jung gab nun die Schlagzahl vor, so dass auch Bardet recht schnell am Ende seiner Kräfte war. Genau in dem Moment, als TvG von hinten mit Quintana wieder aufschließen konnte, griff Jung zwei Kilometer vor dem Gipfel alleine an. Bardet ließ eine Lucke aufgehen und Jung gab nun alles, was er noch zu bieten hatte. Er gewann die Etappe, aber reichte der Vorsprung? Ja, es reichte. Erst bei 41 Sekunden kam TvG alleine ins Ziel. Er hatte seinerseits auf den letzten Kilometern seine Begleiter abschütteln und 12 Sekunden Vorsprung auf Quintana, Bardet und Ferreira herausfahren können. Damit führte Jung nun nach der letzten Bergetappe bei noch zwei verbleibenden Flachetappen mit komfortablen 44 Sekunden auf TvG, der sich um drei Sekunden an Ferreira vorbeischob. Bardet blieb somit nur der undankbare vierte Rang mit 1'12'' Rückstand. Quintana war jetzt Fünfter mit 5'05'' und Pinot schob sich in der Gesamtwertung sogar noch auf einen 10. Platz. Da es am Schlussanstieg doppelte Bergpunkte gab und Pinot als Etappenvierzehnter keine mehr bekam, war auch hier Jung vor Pinot der Führende. Paris konnte kommen, allerdings nur für 108 Fahrer, der Rest war hauptsächlich auf dieser Etappe ausgeschieden!


    Die 20. Etappe war eigentlich flach und sollte auch in einem Sprintfinale enden. Jedoch galt es hierbei eine fast fünfprozentige Steigung auf den letzten zwei Kilometern zu überwinden. Pinot zog den Endspurt daher für Bardet, Jung und Degenkolb an, welcher mit Sagan favorisiert war. Als Bardet lossprintete ging weiter hinten eine Lücke auf und nur Jung konnte ihm noch richtig folgen. Der Deutsche hatte noch genug Kraftreserven, um sich die herannahenden Sagan und Degenkolb vom Leib zu halten und zu gewinnen. Durch das hohe Endtempo gab es sogar Abstände, was zur Folge hatte, dass Bardet auf Platz Zwei der Gesamtwertung vorrücken konnte. TvG und Ferreira hatten wohl nicht damit gerechnet und wurden jeweils mit fast zwei Minuten Rückstand gewertet. Doppelsieg durch Plussbank - Statoil wäre hätte das gedacht?


    Bis auf den Schlussspurt passierte nicht viel auf Etappe 21. Dege bekam in Abwesenheit der vielen ausgeschiedenen Sprinter den Sprint von Jung angezogen. Jedoch zeigte Sagan mal wieder die höhere Endgeschwindigkeit und konnte den Deutschen noch abfangen. Dieser konnte sich aber immerhin mit dem erstmaligen Gewinn des Punktetrikots trösten. Zudem stand Plussbank – Statoil als Gewinner der Teamwertung fest. Jung hatte nun das Double geschafft und hoffte auf ein gutes Abschneiden bei der Vuelta. Spanien konnte also kommen!

  • Nach den Erfolg des Ardennen Triple hab ich mit Majka den Giro gewonnen (vor Valverde) und mit Contador die Tour (vor Froome). Dazu die Tour de Suisse mit Majka. Jetzt stand eigentlich das Double für Contador bei der Vuelta an, leider 1 woche vor Beginn "verdrehter Halswirbel" -.- ..... Jetzt muss ich sehen wer als Kapitän in die Rundfahrt geht, da Majka vom Formaufbau/Rennplanung nicht für die Vuelta geplant ist. Denke es wird Kreuziger, der eigentlich Edelhelfer sein sollte für AC.

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  • Ja da hast du Recht, schon ärgerlich, da man dann so eine lange Grandtour eigentlich komplett neu angehen muss... Aber ok, darin kann ja auch ein Reiz bestehen. Mal sehen wie es ausgeht. In der Zwischenzeit habe ich schon die Verpflichtungen für die nächste Saison fix. Ich konnte für das Team Rohan Dennis, Jakob Fuglsang und Benat Intxausti gewinnen. Dazu die auslaufenden Verträge mit Contador, Kreuziger und Matti Breschel verlängert. Damit hab ich für die nahe Zukunft eine noch breitere und stärkere Qualität für die Grand Tours. Einzig im Bereich KSP stehe ich mit dem Team noch nicht da wo ich gerne hin möchte. Mit Sagan und Breschel als sehr solide Leute für KSP bin ich doch etwas dünn besetzt in der Spitze. Eine Verpflichtung von Alexander Kristoff scheiterte leider. Ich bin noch in Verhandlungen mit Björn Leukemans, der nicht ganz so viel Geld kostet aber auch nur noch max. 2 Jahre weiterhelfen wird.

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  • Dritter Akt: Vuelta a Espana
    Auf dem Programm steht die Vuelta-Variante von 2008, welche von Guig76 erstellt wurde. In der Wirklichkeit hatte übrigens Contador vor Leipheimer und Sastre genau diese Spanien-Rundfahrt gewonnen.

    Meine Vuelta-Teilnehmer waren neben Jung, der als Vorbereitungsrennen die Eneco Tour auf Platz 5 beenden konnte, Boasson Hagen als Sprinter, Boon und Bystrom als Berghelfer, Van der Haydn und Ostby als Tempomacher im flachem Gelände sowie Faglum, Skjerping und Stockholm bei hügeligem Etappenprofil. Das Ziel war es in der ersten Woche ausreichend Vorsprung herauszufahren, damit bei nachlassender Form von Jung am Ende der Rundfahrt immer noch ausreichend Vorsprung übrig bleiben sollte.


    In dem knapp acht Kilometer langen Teamzeitfahren Rund um Granada war es Boasson Hagen, der das Team maßgeblich zum Sieg gezogen und fast über die gesamte Distanz Tempo gemacht hatte. Jung überquerte schließlich als erster die Ziellinie und holte sich so gleich das Führungstrikot. Bei den anderen Top-Mannschaften waren nicht sehr viele gefährliche Fahrer dabei, sodass es man sich für die nächsten Etappen vollkommen auf Keldermann (4 Sekunden Rückstand) und Formolo (9 Sekunden) konzentrieren konnte.


    Auf der hügeligen zweiten Etappe von Granada nach Jaén konnte Jung immerhin eine Form von 91 aufweisen. Grund genug also am vorletzen Anstieg mit Boon und Jung eine Attacke zu probieren. Erstaunlicherweise reagierte erst keiner, nur Anton Zakharin ein talentierter russischer Hügelspezialist setzte mit etwas Abstand nach und schloss auf. Im Schlussanstieg kann sich der Russe sogar von den beiden Plussbank – Statoil Fahrern absetzen und übernahm sogleich die Führung im Gesamtklassement mit 46 Sekunden auf Jung. Formolo schaffte es noch den Anschluss zu Jung (Platz 2) und Boon (Platz 3) herzustellen und verlor daher keine weiteren Sekunden außer bis auf die Boni für die Tagesplatzierung. Keldermann kam in der nächsten größeren Gruppe weitere 20 Sekunden zurück ein.


    Hügelig ging es auch auf der dritten Etappe weiter, allerdings war Jungs Form um Eins gesunken. Total überraschend zog der russische Gesamtführende mit einigen anderen Topfahrern (u. a. Formolo) am einzigen Anstieg des Tages davon. Während man durch die konsequente Nachführungsarbeit von Plussbank - Statoil fast alle Ausreißer wieder eingeholt hatte, konnte sich Zakharin durch einen erneuten Vorstoß gegen die Einholung wehren und auch diese Etappe für sich entscheiden. Jung wurde immerhin als Tageszweiter zeitgleich mit Boasson Hagen als Drittplatzierten sowie Formolo (9.) gewertet. Keldermann verlor genauso wie Boon, der durch einen Sturz 15 km vor dem Ende zurückgeworfen wurde, weitere 2'18''.


    Die vierte Etappe war trotz leichter Hügel sicher eher was für die hügelfesten Sprinter, daher waren die Favoriten auf den Tagessieg Sagan, Kristoff und Boasson Hagen. Letzterer bekam den Sprint von Jung perfekt angezogen, so dass er vor seinem Teamkollegen gewinnen konnte. Dem anderen sprintschnellen Norweger blieb nur Rang Drei. Der Gesamtführende kam nicht über Platz 5 hinaus, wodurch sich aber keine weiteren Veränderungen bis auf die Bonussekunden ergaben.


    Auf der 5. Etappe ab es das erste von zwei Zeitfahren. 43 flache Kilometer gab es hierbei zu bewältigen. Der zweite Kampf gegen die Uhr würde dann auf der 20. Etappe in einem kurzem Bergzeitfahren ausgetragen, so dass es nur auf dieser Etappe galt, den Zeitrückstand mit einer 90er Form von Jung in Grenzen zu halten. Boasson Hagen siegte hier mit guter Renneinteilung. Keldermann auf Platz 13 war 1'54'' zurück. Jung auf Platz 22 hat 2'18'' Rückstand auf seinen norwegischen Teamkollegen, der damit auch die Gesamtführung übernahm. Formolo war weitere 14 Sekunden hinter dem Deutschen. Jung hatte zwar nach dem Zeitfahren auf Platz Vier 1'49'' Rückstand auf Boasson Hagen, der war aber fürs GK ungefährlich. Viel besser war der nun schon fast eine Minute große Vorsprung auf Formolo.


    Am letzten kurzen Anstieg des Tages der sechsten Etappe nutzte Jung die Unkonzentriertheit der anderen Favoriten aus und attackierte in dem Moment, als die Ausreißer gestellt wurden. Bis zum Ziel war er nicht mehr einzuholen, so dass er mit 38 Sekunden Vorsprung auf das heransprintende Hauptfeld gewann und sich so wieder an die Spitze der Punktewertung setzen konnte.


    Die Etappe 7 war eine der schwersten Tage der Rundfahrt. Mehrere schwere Berge standen im Weg, so dass Jung neben Formolo und Keldermann einer der Hauptfavoriten auf den Tagessieg in Andorra war. Am Ende dieser Etappe würde das Gesamtklassement jedenfalls schon konkretere Formen aufweisen. Am Schlussanstieg war es Jung, der das Grundtempo erhöhte und sofort nur Formolo und Ferandez Andujar folgen konnten. Letzterer verlor jedoch bereits nach wenigen Kilometern den Anschluss und versuchte sich nun das Feld rund um Keldermann vom Leib zu halten, was nicht so recht gelang. Acht Kilometer vor dem Ziel war es auch um Formolo bestellt, so dass Jung alleine weiter davon zog. Weiter hinten konnte Bystrom dem Tempo von Keldermann folgen, nur Boon hatte mit einer Tagesform von -4 bereits reißen lassen müssen und fuhr eine Gruppe dahinter. Jung gewann schlussendlich eindrucksvoll mit 2'30'' auf den nächsten Verfolger. Dieser war Formolo, der dann schon sichtlich gezeichnet fast eine weitere Minute vor Keldermann ins Ziel kam. Bystrom hatte als Etappensechster 5'23'' Rückstand. Boon kam in der nächsten größeren Gruppe mit mehr als acht Minuten Rückstand ins Ziel. Jung war damit der neue Gesamtführende und lag bereits nach einer Woche mit 4'35'' in Front. Die Bergwertung führte er nach seinem Etappensieg ebenso an wie die Puntkewertung. Alles schaute perfekt aus.


    Am vorletzten Anstieg der bergigen achten Etappen griffen neben weiteren bergfesten Fahrern u. a. Keldermann an, so dass Jung gezwungen war mitzugehen, da er insbesondere ihn nicht ziehen lassen wollte. Das Hauptfeld zerlegte sich daher ruckartig und nur wenige Favoriten konnten aufschließen. Bis zur Bergwertung, die Jung ohne Gegenwehr gewann, wurden weitere Fahrer u. a. Bystrom abgehängt. Boon konnte im Gegensatz zu den vorigen Etappen bis zum Schlussanstieg, in dem sofort der Spanier de Juan attackierte, folgen. Jung erhöhte das Grundtempo, um schnell den Anschluss wieder herzustellen, so sehr, so dass nur Formolo und Keldermann folgen konnten. Im Moment des Zusammenschlusses attackierte der deutsche Gesamtführende und konnte damit den zweitplatzierten Italiener abhängen. Keldermann folgte ohne Probleme, De Juan verlor so langsam den Anschluss. Jung gewann schließlich die Bergwertung und 2,5 km später den Sprint um den Tagessieg. Keldermann war ohne Chance und nun mit 7'41'' Rückstand Vierter im GK. Formolo der 1'08'' später ins Ziel kam, konnte seinen zweiten Platz verteidigen und lag nun mehr als sechs Minuten zurück. De Juan schob sich auf Platz Drei mit 7'12'' auf Jung. Bystrom blieb 6. und Boon war nun auf Platz 12. Die Berg- und Punktewertung hatte Jung weiter ausgebaut und auch in der Teamwertung führte Plussbank - Statoil.


    Auf der hügeligen neunten Etappe war Jungs Form immer noch bei 90. Bis zur ersten Bergwertung gab es keine Angriffe, so dass Jung ohne Probleme weitere 10 Punkte fürs Bergtrikot sammeln konnte. Bei allen weiteren Wertungen punkteten die ungefährlichen Ausreißer, welche daher auch den Tagessieg unter sich ausmachen durften. Hinten versuchten die Hügelspezialisten aus dem Feld auszureißen – erfolglos, so dass eine große Gruppe gemeinsam ins Ziel kam.


    Zur zehnten Etappe galt es nur ein Anstieg, der relativ weit weg vom Ziel zu bewältigen war, zu überwinden. Allerdings wollten die Sprinterteams die Ausreißer nicht einholen und auch das Team des Gesamtführenden beteiligte sich nur mäßig, schließlich musste man ja nicht Kristoff, Kittel, Demare und Sagan den Tagessieg auf dem Silbertablett präsentieren. Die Ausreißer des Tages gewannen daher mit großem Abstand zum Feld.


    Auf der Etappe 11 wurden die Ausreißer durch unterschiedliche Teams nie so richtig fahren gelassen, so dass im Massensprint Kristoff vor Boasson Hagen und dessen Sprintanfahrer Jung gewann.


    Jungs Form war mittlerweile um zwei Punkte auf 88 gesunken, aber zur 12. Etappe konnte er immer noch eine ausgezeichnete Regeneration aufweisen, so dass aktuell keine Gefahr drohte. Heute war das Teamziel, die Ausreißer unbedingt einzuholen, um Boasson Hagen ein Sprintfinale zu ermöglichen. Für ihn war die leicht ansteigende Zielgerade jedoch zu schwer, so dass es an Jung war, die Hügelspezialisten in Schach zu halten und schließlich auch die Etappe zu gewinnen. Sein Endspurt war so fulminant, dass er gleich eine Lücke von 23 Sekunden auf das Hauptfeld riss.

    Fortsetzung folgt...


  • Auf dieser Bergetappe mit mehr als 200 km stand zum Schluss „nur“ noch der Alto del Angliru im Weg. Zum Glück waren auf dem restlichen Profil keine weiteren schweren Berge zu überwinden. Mit einer Tagesform von +5 konnte es sich Jung leisten, am vorletzten Anstieg rauszufahren, um die Bergwertungspunkte mitzunehmen. Am Fuße des letzten Anstieges wurde er jedoch wieder gestellt, da Formolo und Keldermann Tempo machten. Jung verschärfte das Tempo und konnte sich bereits fünf Kilometer vor dem Ziel absetzen. Mit einem Vorsprung von 3'15'' gewann Jung vor Keldermann, der sich noch von Formolo (3'41'') absetzen konnte. Der Vorsprung von Jung im GK betrug daher bereits jetzt schon 11'01'' auf Formolo und 12'01'' auf Keldermann als Zweit- und Drittplatzierten. Nach fast zwei Wochen Vuelta war klar, dass nur noch ein Sturz den Deutschen vom Tripel abhalten können würde. Seine Teamkollegen Bystrom und Boon landeten nach starker Leistung abermals in den Top 10 und waren ebenso gut patziert.


    Zur schweren 14. Etappe attackierte de Juan am Schlussanstieg, ohne dass ihn sogleich jemand verfolgte. Daraufhin sprang Jung hinterher und setzt sich mit dem Spanier vom Feld ab. Keldermanns Astana-Team machte nun Tempo bis der Niederländer selbst zur Attacke überging und Sekunde um Sekunde aufholte. Als Jung die verbliebenen Ausreißer einholte, musste de Juan abreißen lassen und ward sogleich von Keldermann gestellt. Der Vorsprung von Jung regelte sich nun bei etwa 30 Sekunden ein. Näher kamen die Verfolger allerdings auch nicht mehr heran, so dass am Ende Jung ein weiteres Mal mit 44 Sekunden Vorsprung auf Keldermann gewann. Formolo wird mit 1'37'' Rückstand nur Etappenfünfter. Boon schafft es mit einer Tagesform von -5 auf Platz 10. Keldermann und Formolo liegen nun bei knapp 13 Minuten zurück und haben die Plätze getauscht. Bystrom war Sechster und Boon weiter Neunter. In der Teamwertung hatte Plussbank – Statoil schon einen guten Vorsprung.


    Auf der 15. Etappe bildete sich recht früh eine Fluchtgruppe aus 13 Fahren. Aus dem eigenen Team durfte Skjerping seine Chance suchen. Am Ende war er auch der Schlaueste, wartete bis zum Schlussspurt und gewann die Etappe. Das Feld kam dann fast 25 Minuten später geschlossen ins Ziel.


    Wenn man das Profil der 16. Etappe sieht, könnte das ein Tag für die Sprinter werden. Allerdings haben sie die Rechnung ohne die Ausreißer gemacht. Die Ausreißergruppe rettete am Ende 300 Metern Vorsprung auf die heranrauschenden Sprinter ins Ziel. Allerdings konnten danach erst mal alle wieder durchschnaufen, der zweite Ruhetag war dran.


    Auf der Etappe 17 gab es mal wieder ein Ausreißersieg, weil die Sprintermannschaften in der Schlussphase das Tempo nicht konstant hochgehalten haben und sich so die Ausreißer vorn halten konnten.


    Für die Etappe 18 galt es zum wiederholten Mal: Ausreißer vs. Sprinter. Nur Kristoffs Team führte mit Plussbank - Statoil zusammen, lange Zeit konnte man den Abstand reduzieren. Im Endeffekt war das trotzdem zu wenig, so dass es beim Sprint aus dem Hauptfeld nur noch um Platz 7 ging, welchen schließlich Boasson Hagen vor Kittel gewann. Der Aufwand hätte sich also gelohnt.


    Die letzte bergige Etappe bis auf das Bergzeitfahren morgen konnte Jung immerhin noch mit einer Form von 82 bestreiten. Die Regeneration war auch noch sehr gut, wobei es auf dieser Etappe eigentlich nur das Bergtrikot abzusichern und den Rückstand in Grenzen zu halten galt. Bis zum ersten Anstieg des Tages versuchten immer wieder Gruppen zu entkommen, bis sich dann eine kleinere Gruppe absetzen konnte. Boon suchte seine letzte Möglichkeit auf das Nachwuchstrikot und griff ebenso am ersten Berg an. Schnell schloss er zur Spitzengruppe auf, jedoch ohne Erfolg. Hinten war das Hauptfeld sogleich bemüht den Abstand zu verkürzen, was auch gelang. An der Bergwertung setzten sich wieder ein paar Fahrer ab, die jedoch ohne große Probleme die Punkte unter sich ausmachen durften. An dem zweiten Anstieg des Tages probierte es Boon erneut, aber mehr als zwei Minuten ließ man ihn nicht gewähren und nur Gallopin als einziger Ausreißer konnte ihm noch weiter folgen. Ca. 20 km vor dem Ziel war es dann um die beiden Ausreißer bestellt und das Ziel konnte im Sprint in einer 73-köpfigen Spitzengruppe erreicht werden. Ein paar Hügelspezialisten hatten zwar etwas dagegen, aber das Team wollte Boasson Hagen noch ein Mal die Möglichkeit zum Etappensieg geben, da es auf der Etappe zuvor nicht so recht geklappt hatte. Jung zog daher dem Norweger den Sprint an und nur Ulissi und Zakharin konnten folgen. Boasson Hagen gewann schließlich knapp, aber dennoch verdient vor den beiden Hügelspezialisten. Jung wurde Etappenvierter. In der Gesamtwertung tat sich nichts und auch in der Sprint- und Bergwertung war Jung weiter mit großem Vorsprung der Führende.


    17,5 km zum Alto de Navacerrada, das ist das Bergzeitfahren auf Etappe 20. Heute ging es nur noch um die nachfolgenden Plätze, denn mehr als 13 Minuten würde Jung auf keinen Fall verlieren. An der ersten Zwischenzeit war es Keldermann, der drei Sekunden auf den bisher führenden Ulissi zurücklag, Formolo war an gleicher Stelle zuvor mit 37 Sekunden Rückstand gemessen worden. Jung kam gar erst mit 54 Sekunden Rückstand an der Zwischenzeit vorbei, wobei es danach erst so richtig in den Berg hinein ging und das kam dem Deutschen deutlich besser entgegen. Bis ins Ziel fuhr Keldermann fast an den vor ihm gestarteten Formolo heran, was schon erahnen ließ, dass es eine gute Zeit geben würde. Formolo konnte hingegen nur Etappenzwölfter werden und landete damit eine Sekunde hinter Boasson Hagen. Keldermann setzte hingegen wie erwartet die neue Bestzeit mit diesmal drei Sekunden Vorsprung auf Ulissi. Jetzt fehlte nur noch der Gesamtführende, dem Zeitfahren eigentlich nicht so lag, wobei seinen Fähigkeiten das letzte Teilstück deutlich entgegenkam. Jung kam den Berg hochgesprintet und streckte sich ins Ziel. Er unterbot die Zeit des Niederländers um weitere 15 Sekunden. Das war sogleich der achter Etappensieg für den Deutschen, dem das Tripel nun nicht mehr zu nehmen war.


    Die flache 21. Etappe mit 101,9 km auch relativ kurz nahmen noch 156 Fahrer darunter 9 Fahrer von Plussbank – Statoil in Angriff. Auf der Etappe ließ man die Ausreißer nie weit weg, so dass am Ende Boasson Hagen den Sprint perfekt von Jung angefahren bekam und nur noch vollenden brauchte. Jung schaffte es im Windschatten des Norwegers sogar noch auf Platz Zwei der Tageswertung.

    Das Tripel war geschafft, wobei rückblickend die Tour mit ihren langen Zeitfahren gegenüber relativ wenigen wirklich schweren Bergetappen definitiv am schwierigsten zu gewinnen war. Bei der Vuelta war es natürlich ebenso günstig, dass keine Top-Bergfahrer am Start waren, die Jung hätten in Gefahr bringen können.

    @soerenrudi
    Es ist also möglich, im RSM 2011 das Tripel zu gewinnen. Mal sehen, ob das bei dir mit Contador auch noch möglich ist.

  • Ich habe die Tage mal wieder RSM 2018 gezockt und meine Karriere mit dem Team Huawei - Red Bull fortgesetzt. Gespielt habe ich auf dem normalen Schwierigkeitsgrad.

    Das Team ist ursprünglich aus dem südkoreanischen Team Korail hervorgegangen und ich bin mittlerweile mit diesem Team in der Prokontinental-Division angekommen. Im Jahr zuvor durfte ich ebenso auf diesem Niveau fahren und habe immerhin schon mal an der Vuelta teilgenommen und dort neben ein paar Etappen auch das Bergtrikot gewinnen können.

    In der aktuellen Saison wollte ich gern an allen großen Rundfahren teilnehmen, wurde aber leider nur zur Vuelta eingeladen, so dass der Fokus ein Stück weit auf der Spanien-Rundfahrt lag. Da meinem Team aber ein echter Klassementsfahrer fehlt, war die Zielstellung ähnlich wie im Jahr zuvor: mindestens ein Etappensieg, weil auch das der Sponsor forderte, und nach Möglichkeit auch wieder der Gewinn des Bergtrikots - am besten mit einem Chinesen - damit ich endlich einen ruhmhaften Fahrer aus diesem Land habe, der die Sponsorenanforderungen erfüllt. Soweit zur Vorrede. Den kompletten Kader inkl. der rot markierten Vuelta-Starter aus meinem Team seht ihr im Screenshot im Anhang.

    Vuelta a España 2024

    Nach einem soliden Auftakt in einem Einzelzeitfahren und zwei hügeligen Etappen bei der Lutsenko sein Glück im Etappenfinale probierte, glückte der gewünschte Etappensieg bereits auf der 4. Etappe. Manduo durfte durch seinen Rückstand aus den vorhergehenden Etappen in die Ausreißergruppe des Tages gehen und erwies sich dort dann als der stärkste Bergfahrer. Das Bergtrikot gab es oben drauf. Die Verteidigung des Trikots stand in den folgenden Etappen im Vordergrund. Durch den schwachen Hügelwert von Manduo (70) gelang ihm das jedoch nicht, so dass das Trikot zunächst verloren ging, obwohl er im Verlauf der ersten Woche seinen Formhöhepunkt erreichte.

    Auf der bergigen Etappe 9 hoffte ich, am Schlussanstieg mit Manduo in der Bergwertung punkten zu können. Aber die Favoriten auf die Gesamtwertung stellten ihn noch vor der Ziellinie. Zudem verlor sowohl Lutsenko als auch Lyu als meine potentiell besten Klassementsfahrer aus dem Hauptfeld heraus ca. 1,5 min. sowie ca. 6 min. auf die Besten, so dass jegliche Ambitionen in der Gesamtwertung früh ad acta gelegt werden mussten. Bei Lyu muss man zur Verteidigung sagen, dass er wegen einer längeren Verletzung den kompletten Juni und Juli aussetzen musste, so dass er nicht seinen absoluten Formhöhepunkt erreichen konnte.

    Auf der Etappe 11 probierte ich es mit O'Connor in einer Ausreißergruppe. Die Gruppe lieferte sich mit dem Hauptfeld eine Schlacht um den Etappensieg und am letzten Anstieg gelang es mir mit Lutsenko aus dem Hauptfeld heraus auszureißen und durch die Tempoarbeit von O'Connor den zweiten Etappensieg einzufahren. Zudem war er nun auch wieder im Gesamtklassement bis auf eine Minute an den Gesamtführenden herangerückt.

    Auf der Etappe 12 ließ man die Ausreißer gewähren, wobei sich Manduo vergeblich um Bergpunkte bemühte. Allerdings konnte er Lutsenko im Etappenfinale, als dieser mit dem Gesamtführenden und ein paar anderen Tagessieganwärtern aus dem Hauptfeld heraus attackierte, noch wertvolle Helferdienste erweisen. Das eigentliche Hauptfeld mit allen Gesamtwertungsfahrern kam an diesem Tag jedoch erst mit etwas mehr als 2 min. Rückstand ins Ziel, so dass einige dieser Fahrer wertvolle Zeit verloren.

    Auf den Etappen 13, 14 und 15 standen schwere hügelige und eine bergige Etappe an. Ich ging mit jeweils zwei Fahrer, davon war immer einer Manduo in die Spitzengruppe und konnte nicht nur das Bergtrikot zurückerobern sondern auch die Etappen 13 und 14 mit Manduo gewinnen. Am Tag der Etappe 13 erreichte Lutsenko zudem seinen Formhöhepunkt, so dass er auf den nächsten Etappen keine Probleme hatte, mit den Besten mitzufahren. Die Tagesform war ab diesem Zeitpunkt immer bei +3 bis +5, da er teilweise auch die Führung in der Punktewertung inne hatte.

    Im Einzelzeitfahren der 16. Etappe konnte Lutsenko sich schadlos halten, so dass nun erstmals auch das Thema Gesamtwertung relevant wurde. Vor ihm lagen nun Kasymov (Berg: 76, Hügel: 78) sowie Dumoulin (Berg: 82, Hügel: 75). Dahinter klaffte eine Lücke auf u. a. Landa (Berg: 81, Hügel: 76) von mehr als 3 Minuten. Dumoulin hatte schon die Tour bestritten und gewonnen und diverse andere Rennen im Verlauf des Jahres gewonnen, so dass ich mir berechtigte Hoffnungen machte, dass er seine Form in der dritten Woche nicht halten kann und Kasymov hatte auf der 14. Etappe schon einmal etwas geschwächelt, so dass auch dessen Form nicht übermächtig daher kam.

    Die Etappe 17 bestritt ich wie schon die anderen schweren Etappen mit zwei Ausreißern darunter Manduo vorn, um das Bergtrikot abzusichern, was mir an dem Tag auch gelang und nun auch nicht mehr zu nehmen war. Die Klassementsanwärter machten jedoch hinten Tempo, so dass ich Manduo am Schlussanstieg von der Favoritengruppe einholen ließ, damit er Lutsenko beschützen und dafür sorgen sollte, dass sich Kasymov nicht von ihm lösen konnte. Als dieser dann zu wanken anfing, war klar, dass Lutsenko bis zur Bergspitze mit ihm mitfahren konnte. Manduo erhielt daraufhin freie Fahrt, um mit seinen verblieben Reserven die beiden ebenso schwankenden Fahrer Landa und Carthy vor ihm einzuholen, was jedoch nicht mehr gelang. Viel wichtiger war aber, dass Dumoulin tatsächlich einen schwachen Tag erwischte und ca. 2 min. auf das Duo Kasymov - Lutsenko verlor.

    Nach einer flachen 18. Etappe lag Lutsenko weiter innerhalb von 30 Sekunden in Schlagweite zum Gesamtführenden Kasymov. Dahinter war vorallem Landa mit bestechender Bergform und ca. 1,5 min. Rückstand in Lauerstellung. Auf der Etappe 19 fuhr das gesamte Team defensiv, um Lutsenko so lange wie möglich aus dem Wind zu nehmen. Manduo konnte am Schlussanstieg einige Attacken parieren. Jedoch hatte Lutsenko recht schnell Probleme, das hohe Tempo der Favoriten mitzugehen. Dadurch dass sich aber kein Fahrer entscheidend absetzen konnte, schlief das Tempo am Berg immer wieder ein, so dass Lutsenko dank eines energiesparendem gleichmäßigem Tempo immer wieder aufschließen konnte. Mit einem beherzten Schlussspurt rettete er sich am Ende der Favoritengruppe ins Etappenziel. Kasymov gelang dies nicht, so dass die Gesamtführung erstmals an Lutsenko überging und dass bei nur noch einer ausstehenden Bergetappe.

  • Vor der Etappe 20 hatte Lutsenko genau 53 Sekunden Vorsprung auf Landa. Die Etappe war aber recht kurz und bergig, so dass ich eine harte Etappe erwartete. Meine beiden chinesischen Bergziegen Lyu und Manduo sollten daher im Hauptfeld Lutsenko mit einer Tagesform von +5 (durch das Führungstrikot und dem anhaltenden Formhöhepunkt) solange wie möglich beschützen. O'Connor und Hamilton durften daher in eine Fluchtgruppe gehen, die aber schon recht zeitig wieder gestellt wurde, wodurch sich aber Lyu und Manduo noch etwas bis zum ca. 8 km langen Schlussanstieg schonen konnten. Diesen nahm dann die Gruppe der Favoriten gemeinsam in Angriff. Durch das Tempodiktat aller anderen Fahrer wurde die Gruppe jedoch sehr schnell kleiner und bei ca. 3 km vor dem Ziel musste Lutsenko abreißen lassen, um nicht vorzeitig blau zu gehen. Vorn ging Landa in die alles entscheidende Attacke, um mit dem Etappensieg auch noch 10 Sekunden an Zeitbonifikation mitzunehmen. Als Landa vorn ca. 1,5 km vor dem Ziel scheinbar etwas die Kräfte ausgingen, war der Rückstand von Lutsenko schon auf 30 Sekunden angewachsen. Dunbar schickte sich schließlich an Landa zu überholen und ihn noch ein Stück den Berg hinaufzuziehen. Der Abstand wuchs bei 1 km vor dem Ziel auf 40 Sekunden an. Dunbar setzte zum Schlussspurt an und konnte Landa zum Glück knapp im Zaum halten, so dass sich dieser mit Platz 2 und nur 6 Bonussekunden begnügen musste. Lutsenko durfte daher nicht später als mit 46 Sekunden Rückstand im Ziel ankommen, wenn er die Vuelta mit 1 Sekunde Vorsprung gewinnen wollte. Er timte seinen Schlussspurt völlig entkräftet und nur noch mit etwas verbliebenem roten Balken so, dass er gerade so an Poels Hinterrad heranfahren konnte. Die Uhr zeigte einen Rückstand von 40 Sekunden an.

    Es war also vollbracht. Mit lediglich 7 Sekunden Vorsprung gewinnt Lutsenko die Vuelta mit einem Bergwert von gerade mal 73 und einem Hügelwert von 75, da er zum richtigen Zeitpunkt seinen Formhöhepunkt gehabt hatte und er bei den entscheidenden Etappen immer gerade so den Cut geschafft hatte. Zudem waren alle anderen Top-Klassementsfahrer nicht über 3 Wochen konstant genug. Im Nachhinein hätten die Klassmentsfahrer natürlich niemals Lutsenko auf der 12. Etappe wieder Zeit rausfahren lassen dürfen. Aber zu dem Zeitpunkt standen ja auch noch ausreichend schwere Etappen an. Gut für Lutsenko war aber auch, dass es nur selten über mehrere Gebirgspässe ging, so dass er nur im Schlussanstieg seine Zähigkeit unter Beweis stellen musste.

    Oben drauf gab es das Punktetrikot durch Lutsenko, das Bergtrikot durch Manduo und auf der Schlussetappe durch Shimizu einen weiteren Etappensieg. Das hätte ich vor der Vuelta niemals erwartet und ich glaube, wenn ich es von vornherein mit Lutsenko darauf angelegt hätte, auf die Gesamtwertung zu fahren, wäre es wesentlich schwieriger gewesen, da ich in manchen Situationen gerade in den ersten beiden Wochen vielleicht etwas zurückhaltender agiert hätte.

    P. S.: Für die nächste Saison konnte ich im Übrigen Caleb Ewan für das Team begeistern, so dass einem Aufstieg in die Worldtour gemäß der Teamstärke nun auch nichts mehr im Weg steht.