Teams... Hintergründe, Infos und Diskussionen

  • Da die Saison nun auf der Zielgeraden ist und es ja aktuell bei Bora wieder einige Veränderungen geben wird (Fahrer als auch sportliche Leiter), hier mal meine Meinung zur vergangenen Saison.

    Ergebnisse Team:
    Hier kann man wohl festhalten, dass das Jahr zwar solide war mit einem 6. Platz in der Teamwertung UCI. aber man ist leider doch ein wenig von den eigenen Ansprüchen, das beste Team in der Worldtour zu stellen, entfernt.
    Hervorzuheben sind hier der Sieg Paris-Nizza, 2 Etappensiege bei der Tour und der 5. Platz bei der Tour. Ansonsten gab es noch das Punktetrikot beim Giro und ein paar weitere Siege sowie gute Platzierungen und natürlich den Prestigesieg bei der Deutschland Tour. Aktuell stehen somit 8 WT-Siege und 20 weitere Siege zu Buche.
    Zum Vergleich: 2020 (bei viel weniger Rennen) 10 WT-Siege, 21 gesamt. 2019: 31-WT Siege, 47 gesamt. Es zeigt sich schon ein relativ deutlicher Trend ab, allerdings war auch gefühlt letztes und dieses Jahr viel Pech dabei. Man muss sich aber dann doch die Frage stellen, wenn Pech zur Gewohnheit wird, ob irgendwas am Material, Taktik, Fahrer, usw. nicht stimmt...

    Fahrer:

    Schwieriges Thema, da das natürlich sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Bei den Ergebnissen kann man ja nichts rütteln, da das Fakten sind.

    Dann fange ich mal an mit den Fahrern rund um Peter Sagan. Auch wenn hier wieder einmal Pech dabei war, kam Peter gefühlt das ganze Jahr nie richtig in Form. Ob das an Covid lag oder an anderen Faktoren ist von außen sehr schwer zu beurteilen. Die Entwicklung und Ergebnisse sprechen aber für sich. Sagan konnte dieses Jahr für Bora (außer ein 4 Rang bei San Remo und ein Sieg beim Giro keine nennenswerten Ergebnisse einfahren. Ein wenig enttäuschender waren die Fahrer um ihn herum mit Oss, Baska, Sagan... Letztendlich fuhren alle unter den Erwartungen und es ist nur verständlich, dass man sich von Ihnen trennt.

    Auch die deutschen Fahrer hatten ein schlechtes Jahr. Ackermann hatte seine schwächste Saison seit Jahren, bei Schachmann war nach dem guten Frühjahr und der Tour de Suisse leider die Saison formtechnisch beendet. Buchmann mit wiederholtem Sturzpech und Helferrolle bei der Tour. Warum Buchmann nicht die Vuelta fuhr ist mir auch ein Rätsel. Einen Fahrer zur Tour zu schicken, der Trainings sowie Formrückstand aufweist ist einfach nur taktisch schlecht. Unabhänig davon, dass das Profil der Vuelta ihm wohl sehr gelegen hätte (das Wetter sicherlich auch...)
    Auch bei Kämna war nach Katalonien die Saison beendet aufgrund Übertrainung und mentaler Probleme. Politt war mit seinem Frühjahr auch nicht zufrieden, hatte dafür aber eine gute Tour de France sowie Deutschland Tour.
    Die Österreicher waren diese Saison bzgl. der Erwartungen besser. Konrad mit einer soliden Saison. Pösti ebenfalls mit einem guten Sommer. Großschartner mit einer zufriedenstellenden Vuelta und dem 10. Platz. Gamper hatte viel Sturzpech.

    Keldermann hatte in Anbetracht des Sturzpechs ein hervorragendes Jahr, wenn man nach den Platzierungen geht. Viel mehr war wohl kaum möglich. :)

    Gefühlt gibt es aber seit 2 Jahren bei den Topfahrern auch keine Entwicklung oder Steigerung ihrer Ergebnisse. Das ist wohl auch der Hauptgrund warum Bora langsam aber sicher die Ergebisse schwinden. Einzig die Talente Schelling, Aleotti, Meeus als auch Walls machen für die Zukunft Hoffnung. Fabbro hatte einen guten Tirreno-Adriatico aber ansonsten war seine Saison auch durchwachsen.
    Wenn man sieht, wie manche Teams wie Jumbo, QS oder Bahrain dieses Jahr performen, dann war Bora schon weit davon entfernt. Wie schon gesagt, war natürlich wieder viel Pech dabei, aber Pech hatten andere Teams auch. Der Unterschied ist dort, dass andere Fahrer bei einem Ausfall des Kapitäns dann für Ergebnisse sorgten. Bei Bora ist gut zu beobachten, dass es wenige Alternativen zu den Spitzenfahrern gab.

    Es bleibt zu hoffen, dass man nächstes Jahr weniger Pech hat. Der Kader scheint sich in der Breite zu verstärken. Sollte die Entwicklung bei manchen Fahrern auch in die richtige Richtung gehen, dann bin ich zuversichtlich, dass man Platz 6. von 2020 und 2021 wieder toppen kann ;) Für ganz nach oben wird es aber nicht reichen.. Die Spitzenfahrer (Siegfahrer) fahren eben bei den anderen Teams.

  • Würde gerne mal eure Meinung wissen!

    Vor kurzem wurden ja die Wildcards für die Tour bekannt gegeben. Wer es noch nicht weiß, neben den Gesetzten (Punktqualifizierten) Alpecin-Fenix und Arkea-Samsic, entschied sich die ASO traditionell für 2 französische Teams (Total Direct Energie und B&B Hotels KTM). Unter dem offiziellen Tour-post kamen dann schon wenige Minuten nach Veröffentlichung unzählige Kommentare mit der Frage: Wo ist UnoX?


    Was bist nun eure Meinung dazu, wäre die ASO sportlich gesehen nicht besser geraten gewesen statt B&B lieber UnoX einzuladen?

    Weil wenn ich mir den Kader von B&B ansehe dann sind da nur Franzosen weit über ihrem Zenit und ein bisschen Rest der jetzt nicht so vielversprechend ist.

    UnoX ist vielleicht auch nicht unbedingt sehr breit aufgestellt, hätte aber auch ein Team aus Fahrern die in den letzten Jahren WT gefahren sind und sehr starken Nachwuchsfahrern zusammenbekommen.

    Auch startet die Tour bekanntlich in Kopenhagen und auch wenn UnoX eine norwegische Lizenz besitzt so kann man das Team gerne als halb-dänisch bezeichnen. Wäre sicher schön für Team und Ausrichter gewesen.

    Eine andere Option wäre sicher auch die Vergabe einer fünften Wildcard gewesen, hier sicher nur die Fahrerbegrenzung der Knackpunkt.

  • An der Realität sieht man auf jeden Fall wie realistisch der Cycling Manager ist. Da ist das genauso. Ich kann es ja grundsätzlich verstehen, dass französische Teams bei Wildcardvergabe im Focus stehen. Aber letztendlich ist die Tour das Event im Radsport und die auch wenn französische Fahrer Zuschauer an die Strecke locken, das Geld kommt von Sponsoren, die eine weltweite Berichterstattung wünschen. Von daher kann ich das nicht ganz nachvollziehen.


  • Mir gefällt Uno-X ebenfalls und ich würde deine Argumente zu 100% unterschreiben. B&B ist eben auch schon eine Weile dabei und hat als französisches Team mit einer komplett franz. sportlichen Leitung aus Ex Profis sicherlich "bessere heimische" Karten als Uno-X. Ist aber bei den anderen GT's meines Erachtens genauso.
    Von der UCI Leistung des letzten Jahres war Uno-X knapp vor B&B letztes Jahr.. Man muss auch dazu sagen, dass B&B die Tour fahren durfte und dort theoretisch ordentlich Punkte im Gegensatz zu den anderen Teams holen konnte. Uno-X war bei keiner GT dabei, hätten es von der Leistung sicherlich verdient. Auch der Kader gibt mehr her.. Leider bleibt ihnen wahrscheinlich nur der Weg über die Leistung zur Tour zu kommen, was bei der Entwicklung schon sehr bald der Fall sein kann :)

  • Mein erster Gedanke war: "Uno X wird doch sicher nicht ein Top 4-ProTeam sein". Dann schaue ich auf PCS und merke, wie schwach die zweite Liga des Radsports gerade ist ^^


    Ich bin grundsätzlich ein sehr großer Fan von Uno-X. Sie haben einen sehr aufregenden und jungen Kader, der für Furore sorgen kann und es auch tut. Dennoch bin ich dafür, dass B&B starten soll.

    Nicht, weil ich der Meinung bin, dass sie das klar bessere Team wären, sondern aus Sponsorenlogik. Wenn du ein französisches ProTeam sponserst, besteht die klare finanzielle Erwartung , einen RoI via Tour-Wildcard zu haben. Wenn es die nicht gibt, besteht das Risiko, dass ein weiteres Team den Sponsor verliert und eingeht.

    Bei Uno-X haben die Sponsoren in ihrer Kalkulation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht damit gerechnet, bei der Tour dabei zu sein, wenn sie die Radsportszene kennen (was sie wohl tun), weshalb ich da kein Risiko sehe, dass das Team in Gefahr ist. Zudem haben sie sowieso den Plan längerfristig aufzusteigen.


    Zusammengefasst: Sportlich ist die Entscheidung diskutabel, aber wirtschaftlich aus meiner Sicht richtig. Ich wundere mich sowieso, wie sich das Sponsern eines mittelklassigen ProTeams rentieren kann, da will ich nicht noch den Job weiterer Radsportler gefährdet sehen als so schon, indem der Hauptgrund für das Investment wegfällt.


    Insgesamt wäre eine weitere Tour-WC aber sehr wünschenswert aus meiner Sicht, gerade weil der Markenwert so ungleich höher ist als bei jedem anderen Rennen.

  • Nicht, weil ich der Meinung bin, dass sie das klar bessere Team wären, sondern aus Sponsorenlogik. Wenn du ein französisches ProTeam sponserst, besteht die klare finanzielle Erwartung , einen RoI via Tour-Wildcard zu haben. Wenn es die nicht gibt, besteht das Risiko, dass ein weiteres Team den Sponsor verliert und eingeht.

    Ich bin grundsätzlich bei dir was die B&B Thematik angeht, aber den Punkt oben sehe ich anders. Wenn du ein Team sponserst mit der Erwartung bei der Tour zu sein, dann investiere auch genug um in der WT zu sein, dann hast du die Garantie. Tust du das nicht, darfst du auch nicht erwarten zur Tour zu kommen. Klingt vielleicht hart, ist aber dann halt so.

  • Stimmt ich hatte irgendwie vollkommen vergessen dass B&B letztes Jahr am Start waren (das spricht schon für sich). Da hatte ich noch die Saison 2019 im Kopf wo sie halt sehr enttäuscht waren keine Wildcard bekommen zu haben. (Damals hatte Wanty den Vorzug erhalten)


    Zur Liga zwei, außer Alpecin und Arkea haben der Rest nicht so abgeliefert. Und ja UnoX ist nur knapp vor B&B aber ihr hattet ja schon angesprochen dass letztere sogar einen kleinen Rennvorteil dank der besseren Einladungen hatten. Generell würde ich sagen dass die Talente aus den Junioren immer seltener den Umweg über Liga 2 machen und oft direkt bei nem WT nen Vertrag bekommen, sodass denen eine wichtige Punktequelle abhanden gekommen ist. Weil ersetzt werden können sie nur durch schwächere Neo-Pros und die verdrängten WT-Fahrer die sicher beides keine wirklichen Siegfahrer sind.


    Außerdem habe ich gesehen dass ja durch die 19 WT Teams letztes Jahr 23 Mannschaften bei der Tour starteten, eine zusätliche Einladung wäre mit Hinsicht einerseit auf das Ranking(mit den sehr eng beieinander liegenden Teams TDE, B&B und UnoX) und der Tatsache dass lange Zeit ein 19tes WT Team mit Qhubeka offen war sicher durchaus möglich und vertretbar gewesen. Und gleichzeitig auch ein gutes Zeichen, dass man durch starke Leistungen sich eine Einladung verdienen kann, ähnlich wie Wanty in der 2ten Häfte des letzten Jahrzehnts.


    Und ich gehe eher auch mit Vinsanity...

    Zusammengefasst: Eine Einladung von B&B ist nachvollziehbar, die Nicht-Einladung von UnoX finde ich persönlich unter den gegeben Umständen (zu den oben erwähnten sei noch mal Team-Identität und Grande Depart in Verbindung gebracht) aber nicht nachvollziehbar


    Edit: In jedem Fall danke für eure Meinungen ;)

  • Die ASO hat in erster Linie die Aufgabe die Interessen der Tour und nicht die einzelner Teams zu vertreten. Daher kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen. Die Tour ist eine Veranstaltung, für die die weltweite Reichweite wichtig ist. Es ist also durchaus sinnvoll die größtmöglichste Internationalität zu schaffen. Das bereits einige französische Teams dabei sind, wäre für mich ein absolutes Argument gegen eine weitere Wildcardvergabe an französische Teams. Natürlich nur wenn das sportlich gerechtfertigt werden kann.


    Auf der anderen Seite ist es auch schön zu sehen, dass die Kommerzialisierung da noch nicht angekommen ist.

  • Danke dir! War mir noch bekannt, hatte nur von Änderungen gehört.

    Auch toll, da ich tatsächlich bisher den Podcast Tourfunk von der Sportschau nicht auf dem Schirm hatte.. Da sind echt tolle Interviews in der letzten Zeit dabei.. Speziell Ackermann, Aldag und Dan Lorang (Cheftrainer Bora, sowie Trainer von Frodeno). Kann ich nur empfehlen ;)

  • https://www.radsport-news.com/sport/sportnews_128976.htm

    Was man die letzten Wochen bei den Rennen sieht, wird hier von Teamchef Denk bestätigt. Sehr bitter, wenn tatsächlich 19 von 30 Fahrern verletzt, krank oder auf dem Weg der Besserung sind. Zum erfreulichen Start von Vlasov,Higuita,Hindley und Kämna kam mittlerweile viel Sturzpech dazu. Fast jeder Profi von Bora stürzte schon bzw. war krank.

    Ich denke das dürfte ein hartes Frühjahr (Klassikersaison) werden, denn ein Großteil der Konkurrenz kam sehr gut in die Saison und die meisten Bora Fahrer werden noch Zeit benötigen, bis sie wieder iin Form sind. Bei den Klassikern muss man wahrscheinlich schon mit Top10 Resultaten zufrieden sein und selbst da sehe ich nach dem derzeitigem Leistungsniveau keinen Fahrer, der vorne mitmischt.
    Aus deutscher Sicht schade, aber dafür sind ja unsere Sprinter langsam in guter Form (Bauhaus, Walscheid, Ackermann) :)

  • Man ärgerte sich zwar immer wieder etwas über die schwachen Leistungen in den letzten Wochen, aber unter den Umständen sind die natürlich nachvollziehbar.


    Die Klassikersaison kann man wohl tatsächlich abhaken. Für die flämischen Klassiker hatte ich aber sowieso nicht allzu viel erwartet, da außer Politt und evtl. Haller niemand für gute Platzierung hätte sorgen können.

    Eventuell kann Higuita in den Ardennen noch was reißen. Vorausgesetzt er bleibt gesund🙂

  • Da ich ja schon die letzten Jahre über Bora's Saison geschrieben habe , denke ich, haben sie dieses Jahr ein positiveres Resumee verdient.
    Daher folgt mein Eindruck vom Jahr 2022 von Bora.

    Von den Ergebnissen her war das letzte Jahr wesentlich besser als die vorherigen Jahre 2020 und 2021. In Anbetracht des vielen Pechs kann man sogar von einer starken Saison des Teams sprechen. Bora belegte nach Platz 6 (2020) und Platz 7 (2021) nun einen sehr guten 4. Platz. Ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass es aber sehr knapp war und 200 Pkt. weniger schon den Platz 6 beschert hätten..
    Von Anspruch des besten Teams sind sie aber weit weg, vielleicht muss Denk hier mehr zahlungskräftige Sponsoren finden, ansonsten ist die Lücke zu UAE,Jumbo und Ineos einfach zu groß..

    Das Frühjahr begann anfangs sehr vielversprechend, was aber schnell durch viele Verletzungen, Corona und Sturzpech getrübt wurde. Im Endeffekt erwischte es ein Großteil des Teams, sodass nur ganz wenige wie Higuita und Vlasov heil durch das Frühjahr kamen. Das Spätfrühjahr lief dann wieder besser mit wichtigen Ergebnissen in Katalonien, Baskenland, Ardennen Klassikern und in der Schweiz. Auch ein Sieg bei den Prestigeträchtigen deutschen Rennen durch Bennett und Haller in Frankfurt und Hamburg durfte Bora in Anspruch nehmen.

    Der große Clou diesen Jahres war natürlich der Giro mit dem überraschenden Sieg von Hindley. Auch hier war die Vorbereitung alles anderes als optimal durch Krankheit usw, sodass im Vorfeld die Erwartungen vom Sieg auf ein Podium reduziert wurden. Die Teamleistung war sagenhaft.

    Bei der Tour kam leider wieder ein wenig Pech dazu, wobei der 5. Platz von Vlasov dennoch hart erkämpft war. Ansonsten sprankg kein Etappensieg heraus. Wenn Vlasov fit geblieben wäre, dann hätte Thomas sicherlich viel mehr kämpfen müssen um das Podium :)

    Die Vuelta war im Bereich GC enttäuschend. Hindley's war wohl nicht in Giro Form und Higuita und Keldermann zeigten auch schon stärkere Leistungen. Gerade mit der Besetzung hätte man ein wesentlich besseres Ergebnis vermuten können, auch wenn die Vuelta stark besetzt war.

    Gerade im Bereich der Rundfahrten wollte sich Bora verstärken und hat dies eindrucksvoll bewiesen. Nahezu alle Neuzugänge haben geliefert. Wobei die Teamleitung sicherlich mehr von Bennett erhoffte, aber auch er war wohl nur bei der Vuelta und in Frankfurt in Topform, ehe ihn Covid abermals ausstoppte.
    Gerade Vlasov und Higuita hatten mit Abstand das stärkste Jahr ihrer Karriere und haben ein Großteil des Erfolgs zustande gebracht. Vlasov beendet das Jahr als 5. bester Fahrer der UCI und Higuita auf Platz 12. Ebenfalls ist natürlich Hindley mit seinem Giro - Sieg auf Platz 25. Leider hatte er ansonsten nicht viele Ergebnisse außer in Italien und in Spanien fehlte die Topform.
    Auch die anderen Neuzugänge wie van Poppel und Haller zeigten starke Leistungen. Ich würde sogar behaupten, van Poppel ist neben Morkov stärkster Sprintanfahrer im Feld.
    Positiv kann man noch Kämna sehen, der nach seiner Pause wieder stark zurück kam und für Siege sorgte und bei der Tour unglücklich agierte..

    Nun aber auch ein wenig zum aber, was die Jahre zuvor genauso zutraf.
    Ein Großteil der Mannschaft hat in der Entwicklung stagniert. Buchmann hatte zwar einen starken Giro mit Platz 7., zeigte aber ansonsten keine starken Leistungen. Er war im Frühjahr und Herbst krank, Verletzungen sind mir nicht bekannt.
    Gleiches gilt für Konrad, Großschartner, Schachmann,Schelling,Fabbro,Keldermann,Pösti. Politt. Manche davon waren stärker andere schwächer, aber alle hatten schon wesentlich bessere Jahre gehabt. Wenn auch bei manchen Stürze oder Krankheiten als Grund valide sind. Politt hatte bei der Tour eine Topform, wurde allerdings auch nicht fahren gelassen. Ich hoffe, dass er solch eine Form auch mal im Frühjahr zeigen kann :)
    Eine gute Entwicklung nehmen die Youngster um das Supertalent Uijtdebroecks. Auch Alleoti, Meeus entwickeln sich gut, gerade Meeus scheint mir noch viel Potenzial zu haben im Bereich Sprints und KSP.

    Zusammenfassend hatte Bora ein gutes Jahr, da vor allen Dingen die Neuzugänge performten. 80% der UCI Punkte kamen durch Vlasov,Higuita,Bennett, Haller, Hindley und van Poppel. Das sagt im Endeffekt schon viel über die Leistungen der "Altfahrer" aus. Denk hat mit den Neuzugängen alles richtig gemacht. Über Bennett kann man sich streiten, aber das teure Geld war er dieses Jahr leider noch nicht komplett wert. Vielleicht schafft er nächstes Jahr wieder mehr Siege.

    Mit den 3 Neuzugängen Jungels, Lipowitz und Denz wird das Team meines Erachtens nicht wirklich verstärkt. Keldermann, Großschartner, Pösti und Laas verlassen das Team. Zumindest ist es kein riesiger Rückschritt, da die Letztgenannten keine großen Leistungsträger 2022 waren.
    Somit dürfte Bora sich vemutlich auch im Jahr 2023 im Bereich UCI 4-7 bewegen. Für ein besseres Ergebnis müssten die "Altfahrer" wieder mehr Siege und Ergebnisse einfahren. Ob Vlasov, Higuita und Hindley ihre großen Erfolge nächstes Jahr wiederholen oder sogar toppen können ist auch schwer. Potenzial ist sicherlich vorhanden, denn viele Rennen liefen nicht wirklich perfekt. Aber perfekte Rennen sind ziemlich selten ;)

    Für mich war die beste Entwicklung bei Bora der neue Sportdirektor Rolf Aldag. Es gab dieses Jahr die größte Entwicklung in der Strategie und Renntaktik. Was Bora in manchen Rennen zeigte, war stark und vieles davon auch angekündigt und geplant.

  • Super zusammengefasst👍🏻 Kann dir da in fast allen Punkten nur zustimmen!


    Für mich war der Königstranfer ebenfalls die Verpflichtung von Aldag als Sportdirektor.


    Betrachtet man die Transfers für das kommende Jahr, erscheinen diese zunächst etwas dürftig. Stellt man diese den Abgängen aber gegenüber, so hat man sich personell zumindest nicht verschlechtert.


    Wenn dazu noch die „Altfahrer“, wie du sie nennst, im nächsten Jahr wieder besser performen bzw. an bereits gezeigte Leistungen wieder anknüpfen und auch Bennett noch einige Siege mehr beisteuern kann, dann wird man sich im Vergleich zu dieser Saison nochmal steigern können.

  • Ich hoffe es zumindest, dass sie ähnlich erfolgreich sind :) Gerade für die deutschen Fahrer, für die 2022 nicht unbedingt das stärkste Jahr war. Wobei ich hierbei tatsächlich guter Dinge bin, dass es wieder mehr Ergebnisse nächstes Jahr geben sollte aus deutscher Sicht.

    Leider ist der absteigende Ergebnistrend intakt, obwohl wir doch gute 30 Fahrer in der WT haben.. Im PCS Nationen Ranking sind wir mittlerweile auf dem 12. Platz. Bis 2020 waren wir immer in der Top 10 vertreten.
    Wäre doch schön, wenn auch mal ein deutsches Talent eine ähnliche steile Entwicklung wie Vingegaard (war in der Jugend alles andere als ein Siegfahrer) und Co. nehmen könnte. 8-)